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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Trauerbekundungen kommen aus aller Welt

18.06.2017

Berlin Als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Nachkriegsgeschichte haben führende Politiker in aller Welt den am Freitag verstorbenen Helmut Kohl gewürdigt. Als Bundeskanzler habe er die deutsche Wiedervereinigung erreicht, sei eine treibende Kraft bei der Überwindung des Kalten Krieges und als überzeugter Europäer der Stärkung der Europäischen Union gewesen, hieß es in Kondolenzschreiben.

Betroffenheit und Trauer bekundeten Weggefährten und Zeitgenossen wie der frühere US-Präsident George H.W. Bush, sein damaliger Außenminister James Baker und der letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, US-Präsident Donald Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin, UN-Generalsekretär António Guterres und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigten Kohls historische Verdienste. Kohl starb am Freitag im Alter von 87 Jahren.

Bush sagte, er betrauere den „Verlust eines wahren Freundes der Freiheit“. Er erinnerte daran, wie er mit Kohl auf das Ende des Kalten Krieges hingearbeitet habe. Für ihn sei Kohl einer der größten Staatsmänner im Nachkriegseuropa gewesen.

Kohl habe Krieg gehasst, „aber Totalitarismus verabscheute er sogar noch mehr“, sagte Bush. Deshalb habe er sein Leben der Stärkung der Demokratie in Deutschland gewidmet. „Mit meinem sehr guten Freund sehr eng zusammengearbeitet zu haben, um ein friedliches Ende des Kalten Kriegs und der Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb der Nato erreicht zu haben, ist eine der größten Freuden meines Lebens. Bei unseren Bestrebungen war Helmut ein Fels - standhaft und stark.“

Baker sagte, Kohl sei mehr „als jeder andere zum Ende des Kalten Krieges der Architekt der deutschen Wiedervereinigung“ gewesen. Deutschland habe einen seiner bedeutendsten Staatsmänner, „die Vereinigten Staaten einen ihrer besten Freunde und die Welt einer schallende Stimme der Freiheit verloren.“

Der amtierende US-Präsident Donald Trump sagte, Kohl sei „ein Freund und Verbündeter für die Vereinigten Staaten“ gewesen. Er sei nicht nur der Vater der Deutschen Wiedervereinigung, sondern auch ein Verfechter Europas und der transatlantischen Beziehungen gewesen. „Die Welt hat von seinen Visionen und Anstrengungen profitiert. Sein Vermächtnis wird weiterleben“, sagte Trump in einer Mitteilung.

Gorbatschow würdigte Kohl als „außergewöhnliche Persönlichkeit, die in der deutschen, europäischen und Weltgeschichte einen prominenten Eindruck hinterlassen wird“. Es sei „ein wirkliches Glück gewesen, dass in einer schwierigen Zeit, Nationen von Staatsmännern mit einem Sinn für Verantwortung geführt wurden, die felsenfest die Interessen ihrer Länder verteidigten, aber auch die Interessen anderer sahen, fähig, die Barrieren vorherrschenden Verdachts über Partnerschaft und gegenseitigem Vertrauen zu überwinden“.

Putin sagte, Kohl habe eine „Schlüsselrolle bei der Beendigung des Kalten Krieges und der Wiedervereinigung Deutschlands“ gespielt. In einer Kondolenzbotschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte er weiter: „Ich habe aufrichtig seine Weisheit und seine Fähigkeit bewundert, weitreichende Entscheidungen selbst in schwierigsten Situationen zu treffen.“ Kohl werde in Russland als „treuer Anwalt einer freundschaftlichen Beziehung zwischen unseren Ländern“ erinnert werden.

Macron bezeichnete Kohl als „einen der großen Männer Europas und der freien Welt“. Der Kanzler habe mit dem damaligen französischen Staatschef François Mitterand die Einheit Europas geschmiedet. Europas offene Grenzen, der gemeinsame Euro und die Anfänge einer gemeinsamen europäischen Verteidigung „schulden Helmut Kohl eine Menge“.

Netanjahu erklärte, mit Helmut Kohl habe Israel einen seiner „größten Freunde“ verloren. Er würdigte Kohl als Staatsmann, „der Deutschland mit entschlossener und ruhiger Hand vereinigte“. Er habe sich zudem als Freund Israels „komplett seiner Sicherheit verschrieben“. Er kondoliere der „Familie Kohl und dem deutschen Volk“.

Guterres sagte, er habe mit großer Trauer die Nachricht vom Tod Kohls erhalten. Kohl habe geholfen, „den Kurs des historischen Prozesses der politischen und wirtschaftlichen Integration Europas zu setzen“, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric.

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