Berlin/Essen - Mehr als 750 Bundespolizisten haben am Mittwoch bei einer bewegenden offiziellen Trauerfeier in Potsdam Abschied von ihrem tödlich verunglückten Kollegen genommen. In der voll besetzten Kirche St. Peter und Paul gedachten sie des Piloten, der bei einem Hubschrauber-Crash vergangenen Donnerstag am Berliner Olympiastadion starb. Ein Mannschaftshubschrauber war bei einer Übung bei dichtem Schneetreiben verunglückt. Sieben Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer.
Zu der Trauerfeier kamen auch die Witwe des 40-jährigen Familienvaters mit zwei Kindern sowie seine Eltern und weitere Angehörige.
Bundespolizeipräsident Dieter Romann sagte, der Verlust sei für die Familie und die Kollegen kaum zu ermessen und unfassbar. Der Tote sei ein erfahrener Pilot und passionierter Flieger gewesen. 2008 habe er beispielsweise einen Hubschrauber über 5000 Kilometer von Ägypten nach Deutschland geflogen und bei schwierigen Wetterbedingungen die Alpen überflogen. Zur Kritik an der Polizeiübung an einem Tag mit schlechten Sichtbedingungen bei Schneetreiben sagte er, das beschreibe die tägliche Praxis – und die schließe derartige Flugbedingungen ausdrücklich mit ein.
Die Ermittlungen zu dem Unglück dauern an. Der getötete Pilot wird laut Bundespolizei zu einem späteren Zeitpunkt im kleinen Kreis beerdigt.
Hooligans des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen (RWE) sind derweil auf geschmacklose Weise aus der Rolle gefallen. Die Krawallmacher verhöhnten nach einem Bericht von derwesten.de während des Punktspiels beim 1. FC Köln II die Opfer des tödlichen Hubschrauber-Unfalls durch ein Plakat mit einer pietätlosen Aufschrift und einer szenebekannten polizeifeindlichen Abkürzung: „Wer hoch fliegt, fällt auch tief. a.c.a.b.“ stand dort zu lesen. „A.c.a.b.“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Alle Polizisten sind Bastarde.“
Ein Sprecher des Vereins zeigte sich „entsetzt“, Ermittlungen seien bereits eingeleitet.
