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UNGLÜCK Arbeiter stürzen aus 100 Metern in den Tod

Grevenbroich

/afp

– Bei einem schweren Unfall auf der Baustelle eines neuen Braunkohlekraftwerks des Energiekonzerns RWE in Grevenbroich in der Nähe von Neuss sind am Donnerstag mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher des Krisenstabs der Polizei erklärte, wurden bei dem Einsturz eines etwa 160 Meter hohen Stahlgerüsts für das Milliarden-Projekt mindestens sechs weitere Arbeiter schwer verletzt. Am Rettungseinsatz waren am Abend fast 300 Einsatzkräfte beteiligt, außerdem dutzende Krankenwagen und mehrere Rettungshubschrauber. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich wegen der herumliegenden, tonnenschweren Stahlträger und der Einsturzgefahr schwierig.

Das Unglück ereignete sich nach Angaben des Krisenstabs gegen 16.30 Uhr. Einer der tödlich Verunglückten sei aus 160 Metern Höhe abgestürzt, ein zweiter aus 70 Metern. Bei dem zusammengebrochenen Gerüst handelte es sich den Angaben zufolge um eine sogenannte Seitenwand-Bandage, ein Teilstück des Großkessels des Kraftwerks.

Es hatte den Angaben zufolge mehrere hundert Tonnen Gewicht. Warum sich die Konstruktion löste, war zunächst unklar. Laut RWE waren betriebliche Sozialarbeiter und Mediziner zur Betreuung der Angehörigen vor Ort.

Ein RWE-Sprecher sagte am Abend, zwei Tote müssten noch geborgen werden, ein Mensch werde noch vermisst. Bei den Rettungsarbeiten sei das größte Problem, eine Gefährdung der Hilfskräfte selbst zu vermeiden. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Düsseldorf, Neuss und Dormagen gebracht. Ein Verletzter sei von einem Rettungshubschrauber mit schweren Prellungen von dem Stahlgerüst heruntergeholt worden, berichteten Einsatzkräfte.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) begab sich nach Bekanntwerden des Unglücks sofort zu der Kraftwerksbaustelle. Er drückte den Betroffenen sein Mitgefühl aus.

Natürlich müsse die Unglücksursache so bald wie möglich aufgeklärt werden, „aber jetzt stehen zunächst einmal die Sicherheitsmaßnahmen im Vordergrund“, sagte Rüttgers. „Da ist so viel Stahl runtergekommen, dass die Einsatzkräfte da noch nicht mal reingehen können. Da braucht man ja auch Licht zu, man weiß nicht, ob noch was runterkommt.“ NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) sagte, die Landesregierung stehe bei der Aufklärung der Unglücksursache in engem Kontakt mit RWE.

Das Unternehmen sei auf der Baustelle für die Sicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich, betonte Wolf. Er kündigte eine lückenlose Aufklärung der Ursachen an. Auch RWE-Vorstand Johannes Lambertz versprach eine genaue Analyse des Unglücks.

Auf der Großbaustelle in Grevenbroich entsteht laut RWE das größte und modernste Braunkohlekraftwerk Europas. Die Arbeit dort ist gefährlich:

Bereits am 3. September starb auf der Baustelle ein 51-jähriger Arbeiter beim Absturz aus zehn Metern Höhe.

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