Offenbach - Mindestens zwei Tote und etliche Unfälle: Tief „Michaela“ hat in der Nacht zum Freitag erneut mit Unwettern gewütet. Im nordrhein-westfälischen Geldern kam ein 51-Jähriger ums Leben, der mit seinem Transporter bei heftigem Regen ins Schleudern geriet und gegen einen Baum prallte. In Amsterdam wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum erschlagen. Für Sonnabend erwartete der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine kurze Verschnaufpause – zum WM-Finale am Sonntagabend drohe aber schon eine neue Gewitterzone.
Nur im Nordosten und Osten bleibe es wohl trocken. „Im Süden und Westen sollten Regenschirm und Regenjacke zur Ausrüstung gehören. Dort muss auch in der gesamten Nacht hier und da mit Schauern und Gewittern gerechnet werden“, sagte DWD-Meteorologe Andreas Würtz.
Den meisten Regen brachte Tief „Michaela“ am Abend in Mittel- und Osthessen. In Nidderau nordöstlich von Frankfurt prasselten in einer Stunde 39 Liter Regen pro Quadratmeter herunter – mehr als die Hälfte des für Juli üblichen Monatsmittels. Am Frankfurter Flughafen konnte eine Stunde lang kein Flugzeug starten und landen.
2000 Passagiere wurden in Hotels untergebracht, wie der Flughafenbetreiber berichtete. In Köln lief ein U-Bahnhof mit Wasser voll. In etliche Häuser schlugen Blitze ein. Im siegerländischen Burbach wurde ein 37 Jahre alter Schäfer von einem Blitz getroffen und schwer verletzt.
In Hessen geriet ein Feuerwehrauto auf dem Weg zu einem Wetter-Einsatz ins Rutschen und stieß mit einem Wagen zusammen. Die Autofahrerin kam verletzt ins Krankenhaus.
Mit Ferien im Süden lässt sich nur bedingt vor dem Schmuddelwetter fliehen: In manchen Mittelmeerregionen wie der kroatischen Adriaküste ist es ungemütlich kalt und nass. Auf der Halbinsel Istrien im Norden wurden am Freitagvormittag nur 16 Grad erreicht. „Winter im Sommer“, schrieben heimische Zeitungen. In den nächsten Tagen soll es nicht besser werden.
In Deutschland sollen die Temperaturgegensätze – im Norden sommerlich, im Süden kühl – am Wochenende allmählich schwinden. Das Wetter wird im Norden aber immer noch schöner sein als im Westen und Süden, wo neue Gewitter aufziehen.
