Berlin - Nachdem mehrere Berliner Polizisten am Dienstagabend einen 25-jährigen Mann erschossen, untersucht die Staatsanwaltschaft den Ablauf. Das ist in solchen Fällen üblich. „Die Ermittlungen laufen“, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) schossen drei Polizisten auf den Mann. Wie viele Schüsse abgefeuert wurden, ist noch unklar. Es sei auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei angefordert worden, aber zu der Zeit bei einer Anti-Terror-Razzia im Einsatz gewesen, so die GdP.

Nach Darstellung der Polizei ging gegen 16.30 Uhr ein Alarm ein. Ein verwirrt wirkender Mann drohte demnach in der Ribnitzer Straße in Hohenschönhausen durch seine Wohnungstür, alle umzubringen, die in die Wohnung kommen, und sich selbst zu töten.

Die Polizisten seien davon ausgegangen, dass der Mann sich bereits selbst verletzt habe. Sie öffneten die Tür mit einer Ramme und standen dem mit einem Messer bewaffneten Mann gegenüber. Trotz mehrfacher Aufforderungen habe der Mann das Messer nicht fallen lassen, erklärte die Polizei. Stattdessen sei er mit dem Messer auf die Polizisten zugegangen. Diese schossen auf ihn. Der Mann wurde schwer verletzt und starb in der Wohnung.

Steve Feldmann, Vorstandsmitglied der Berliner GdP, teilte zu den Schüssen der Polizisten mit: „Dass drei Kollegen die gleiche Option wählten, zeigt uns die Ausnahmesituation, in der sie sich befanden.“ Er fügte hinzu: „Dass das untersucht wird, ist richtig und wichtig, aber ich habe keinen Grund, an ihrer rechtmäßigen Handlung zu zweifeln.“

Ende September 2016 hatten Polizisten einen 29-jährigen Flüchtling erschossen, der vor einer Asylbewerberunterkunft einen Mitbewohner mit einem Messer angriff. Anfang März 2016 war der Fahrer eines Autos, mit dem vier Einbrecher flüchten wollten, von einem Zivilfahnder erschossen worden.