Villingendorf - Der mutmaßliche Dreifachmörder von Villingendorf hat sich nach seiner Festnahme bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es sei aber davon auszugehen, dass er bei dem blutigen Verbrechen wenige Stunden nach der Einschulung seines Sohnes nach einem „bewussten Tötungsplan“ vorging, sagte Oberstaatsanwalt Joachim Dittrich am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Der 40-Jährige steht im Verdacht, am Donnerstag vergangener Woche seinen Sohn und zwei Erwachsene erschossen zu haben: mit einer Waffe aus jugoslawischer Produktion. In Haft wird er wegen Fremdgefährdung isoliert, wie es hieß.
Die Behörden gehen davon aus, dass dem mutmaßlichen Todesschützen Mord mit dem Merkmal der Heimtücke zur Last gelegt werden könne. Er habe die Ahnungs- und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt, sagte Dittrich. Der 40-Jährige war am Dienstag in Rottweil auf der Straße festgenommen worden. Zwei Zeugen hatten die Ermittler zuvor über den Gesuchten informiert.
Der öffentliche Fahndungsdruck habe zum Ergreifen des Verdächtigen geführt, sagte Straub. Der 40-Jährige habe bei seiner Festnahme ungefragt gesagt: „Ich bin der, den ihr sucht.“ Der Verdächtige habe den Eindruck vermittelt, sich in den vergangenen Tagen im Freien aufgehalten zu haben. Straub zufolge ging er nach der Tat ersten Erkenntnissen zufolge „recht planlos“ vor. Bei seiner Festnahme wurde den Behörden zufolge auch die mögliche Tatwaffe sichergestellt.
Die Bluttat ereignete sich am Donnerstag vergangener Woche bei einer privaten Einschulungsfeier für den Sohn des Mannes. Der Verdächtige habe den Sechsjährigen sowie den neuen Partner seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen. Die Ex-Frau des Mannes überlebte.
Sie hatte diesen vor der Bluttat mehrere Male bei der Polizei wegen Gewalttätigkeit angezeigt. Auch ein Gericht war eingeschaltet, das ein Annäherungsverbot ausgesprochen hatte.
