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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Katastrophe geht glimpflich aus

03.09.2018

Vohburg An Der Donau Dichte Rauchschwaden ziehen Richtung Himmel, die Flammen sind schon von Weitem zu sehen, in der Luft liegt beißender Geruch: Bei einer Explosion und einem anschließenden Großbrand auf einem Raffinerie-Gelände im oberbayerischen Vohburg an der Donau sind nach Angaben der Polizei mindestens zehn Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Nach Angaben des Unternehmens Bayernoil, dem die Raffinerie gehört, mussten sogar 15 Menschen medizinisch versorgt werden, vier davon kamen ins Krankenhaus. Die Polizei geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Die Löscharbeiten gingen auch am Sonntag weiter, wie ein Polizeisprecher schilderte: Reststoffe in den Leitungen wurden kontrolliert abgebrannt.

Gegen 5 Uhr am Samstagmorgen knallte es – Anwohner schilderten, wie sie aus dem Schlaf geschreckt wurden. Bis zu 600 Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen, wollten weitere Explosionen verhindern, kühlten Tanks in der Raffinerie.

Das Landratsamt Pfaffenhofen an der Ilm löste Katastrophenalarm aus, etwa 2000 Menschen in den angrenzenden Wohngebieten mussten vorsichtshalber ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Im weiteren Umkreis sollten die Bewohner Fenster und Türen geschlossen halten. Am Samstagnachmittag dann die Entwarnung: Die Anwohner konnten zurück. Erste Messungen der Behörden ergaben, dass sich in den Rauchschwaden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe befanden.

Das Ausmaß des Schadens ist immens: „Ganze Hauswände sind umgerissen worden“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einem Besuch in Vohburg am Samstag. Auch die Bürogebäude auf dem Gelände wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen, beispielsweise begruben Mauerteile ein Auto unter sich. Gebäudeteile waren umhergeflogen.

Auch in den umliegenden Orten verursachte die Druckwelle Schäden – Fensterscheiben wurden eingedrückt, Dächer teils abgedeckt. Die Ermittlungen zur Brandursache haben die Kripo Ingolstadt und Experten des Landeskriminalamts übernommen. Allerdings konnten die Fahnder bis Sonntagnachmittag nicht zur Brandstelle selbst gelangen, da dort immer noch gelöscht wurde. Wann mit Ergebnissen der Untersuchungen zu rechnen ist, ließ die Polizei deshalb offen.

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