• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Von Frankfurt zur Gartenparty

26.06.2015

Frankfurt Am Main Ein Toast auf die Queen: Mit einer großen Gartenparty in Berlin ist der zweite Tag des Staatsbesuchs von Königin Elizabeth II. zu Ende gegangen. Rund 650 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen am Donnerstagabend in die Residenz des britischen Botschafters Simon McDonald. Dort wurde der Geburtstag der 89 Jahre alten Königin nachgefeiert. Zuvor hatte die Monarchin zum ersten Mal Frankfurt am Main besucht und war von Tausenden Fans bejubelt worden.

„Für uns Briten ist der Staatsbesuch der Königin in Deutschland der herausragende Höhepunkt eines außergewöhnliches Jahres“, sagte Botschafter McDonald. „Und nach dem herzlichen Empfang zu urteilen, den man Eurer Majestät und Eurer Königlichen Hoheit gestern in Berlin, heute Mittag in Frankfurt und jetzt hier in Grunewald bereitet hat, finden das die Menschen in Deutschland auch.“

Elizabeth II. und Prinz Philip (94) gingen durch den Garten und wurden einigen Gästen vorgestellt. Neben Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt waren einige Bundesminister und Ministerpräsidenten aus den Ländern zum Empfang gekommen. Außerdem dabei: NDR-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert, Schauspieler Henning Baum und die englische Hutmacherin Fiona Bennett.

Die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche (CDU) brachte einen Ziegelstein mit, der an den Besuch erinnern und beim Wiederaufbau der kriegsbeschädigten Potsdamer Garnisonskirche verwendet werden soll. Diesen zeigte sie der Königin.

Zur Feier des Tages sangen die Gäste die Nationalhymnen beider Länder, dann erhoben sie die Gläser zum Wohl der Staatsoberhäupter. Serviert wurde typisches Britisches, darunter Sandwich-Dreiecke, Fish & Chips, Lachs-Dill-Röllchen und Erdbeeren mit Schlagsahne. Nach der Gartenparty war das Programm für den Tag offiziell beendet.

In Frankfurt hatte die Queen zuerst die Paulskirche besucht. Ein Kinderchor der Domsingschule begrüßte die Monarchin mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“. Das Gebäude gilt als Geburtsstätte der Demokratie und des Parlamentarismus in Deutschland. Die Königin wollte vor allem die Goldene Bulle sehen, das wichtigste Verfassungsdokument des mittelalterlichen Römischen Reiches. Das 1356 erlassene Gesetz bestimmte Frankfurt einst zum Wahlort der deutschen Könige und Kaiser. Das Dokument war für den Besuch extra aus dem Tresor geholt worden.

Die kurze Strecke zwischen Paulskirche und Rathaus Römer legten Königin und Prinzgemahl unter dem Jubel der Menge zu Fuß zurück. Rund 5500 Menschen hatten nach Zählung der Polizei ausgeharrt, um einen Blick auf Elizabeth II. zu erhaschen. Einige erlitten in der Mittagssonne Schwächeanfälle.

An dem festlichen Mittagessen im Römer nahmen rund 120 ausgewählte Gäste teil. Am Tisch der Queen saßen auch Gauck und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Es gab regionale Küche aus Hessen, etwa „Tafelspitzsülze mit Frankfurter Grüner Sauce im Glas“. Nach dem Essen betrat die Königin den Balkon und winkte den Menschen zu. Kurz danach flog die Queen zurück nach Berlin.

Elizabeth II. ist zum fünften Mal zu einem Staatsbesuch in Deutschland, der erste war vor 50 Jahren. Sie wird bis Freitag bleiben. Nach einem Rundgang am Brandenburger Tor wird sie zum Abschluss die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen besichtigen. Es ist das erste Mal, dass die Queen ein ehemaliges Konzentrationslager besucht. Danach fliegt das royale Paar von Celle aus zurück.

Die britische Presse hatte indes wenig übrig für das Gastgeschenk von Bundespräsident Joachim Gauck an Königin Elizabeth II. „Ist es Bad Painting oder einfach nur schlecht gemalt?“, fragte der Kunstkritiker Mark Hudson in einem Beitrag für den „Daily Telegraph“. Die Königin selbst hatte am Mittwoch gestaunt und Gauck die Frage gestellt: „Soll das mein Vater sein?“

Das Bild der Malerin Nicole Leidenfrost zeigt die junge Queen auf dem Rücken eines in blauer Farbe gemalten Pferdes, daneben ihr Vater König Georg VI. in einem leuchten gelben Sakko. „Wenn man auf Leidenfrosts Bild sieht, ist man für ein paar Augenblicke perplex und fragt sich, ob das ein Stück des späten Neo-Expressionismus - also eine wertvolle Dreingabe zu einer großartigen deutschen Tradition, die Riesen der Klasse von Kandinsky oder Klee hervorgebracht hat - oder einfach ein Stück grotesken Kitschs ist“, schrieb Hudson.

Der „Guardian“ bezeichnete die Situation der Geschenkübergabe im Berliner Schloss Bellevue als „ungelenk“. „Ihr folgte eine ein klein wenig weniger ungelenke Begegnung mit Angela Merkel im Kanzleramt“, schrieb das Blatt weiter.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.