New York - US-Star Woody Allens Adoptivtochter Dylan Farrow hat dem US-Regisseur sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Die 28-jährige Farrow erhebt die Beschuldigungen in einem offenen Brief, den sie dem US-Kolumnisten Nicholas Kristof zukommen ließ. Darin schildert sie angeblichen Missbrauch, als sie sieben Jahre alt war, wie die Sonntagsausgabe der „New York Times“ berichtete.
Der Vorwurf ist nicht neu. Schon in den 1990er Jahren hatte die US-Schauspielerin Mia Farrow ihrem langjährigen Partner Allen vorgeworfen, er habe die gemeinsame Adoptivtochter Dylan sexuell missbraucht.
Staatsanwalt Franc Maco sagte am Sonntag, der mehr als 20 Jahre zurückliegende Fall sei seit mindestens 15 Jahren verjährt. Maco hatte 1993 erklärt, er stelle seiner Ermittlungen aus Mangel an Beweisen ein, halte es aber für möglich, das es Missbrauch gegeben haben könnte. Oscarpreisträger Allen hatte stets seine Unschuld beteuert.
Unter anderem beschreibt die Adoptivtochter im Internet einen Vorfall, der sich in einer „dunklen“ Kammer des Elternhauses ereignet haben soll. „Er sagte mir, dass ich mich auf den Bauch legen und mit der elektrischen Eisenbahn meines Bruders spielen soll. Dann missbrauchte er mich sexuell“, schreibt Farrow. Er habe ihr dabei zugeflüstert, das dies ihr Geheimnis sei. „So lange ich mich erinnern kann, hat mein Vater Dinge getan, die ich nicht mochte“, führt Farrow weiter in Einzelheiten aus. Sie wolle nun nicht länger schweigen.
Mia Farrow und Allen hatten sich 1992 getrennt. In einem Sorgerechtsprozess erhob sie den Verdacht, Allen habe das Mädchen missbraucht. Der Regisseur verlor das Sorgerecht, die Ermittlungen wurden aber eingestellt.
