Santa Cruz De La Palma - Brennendes Toilettenpapier hat auf der Kanareninsel La Palma einen verheerenden Waldbrand verursacht. Ein als Verdächtiger festgenommener Deutscher habe ausgesagt, im Freien seine Notdurft verrichtet und das benutzte Papier anschließend angezündet zu haben, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil am Donnerstag mit.
Bei dem Brand in einer hügeligen Gegend um den Naturpark Cumbre Vieja kam ein 54 Jahre alter Mitarbeiter der Forstbehörde, der bei den Löscharbeiten geholfen hatte, unter bisher unbekannten Umständen ums Leben.
Die Flammen hatten im Süden der bei Touristen sehr beliebten Insel bis Donnerstagvormittag nach Behördenangaben rund hundert Hektar Wald vernichtet. Betroffen war auch der Naturpark. Etwa 700 Menschen, deren Häuser von den seit Mittwoch wütenden Flammen bedroht waren, wurden am Donnerstag vorsorglich in Sicherheit gebracht. Touristen waren vorerst nicht direkt betroffen.
Der unter Verdacht stehende Deutsche hat laut Polizei keinen festen Wohnsitz. Die Zeitung „ABC“ schrieb, er wohne in einer Höhle. Der 27-Jährige war von Beamten auf einer Landstraße in unmittelbarer Nähe des Brandherdes und unweit der Gemeinde Jedey angetroffen und sofort als Verdächtiger festgenommen worden. Er sollte noch am Donnerstag einem Richter in der Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma vorgeführt werden.
Zahlreiche Feuerwehreinheiten kämpften unterdessen weiter gegen die Flammen, die sich wegen starker Winde weiter in Richtung der Gemeinde El Paso ausgebreitet hätten, berichtete das deutschsprachige Online-Magazin „La Palma 24 Journal“. Rauchwolken waren demnach am Donnerstagmittag weithin zu sehen. Das Wanderwegenetz in den betroffenen Gebieten in El Paso, Fuencaliente und Las Breñas sei inzwischen gesperrt und die dort gelegenen Erholungsparks seien geschlossen worden.
