WARSCHAU - Warschau kann vorerst aufatmen, der Norden Polens muss zittern: Der Scheitelpunkt der Weichsel hat am Mittwoch die Hauptstadt Polens passiert und ist weiter nach Norden geflossen. Die Dämme in der Hauptstadt konnten dem Druck der Flut standhalten.

Angespannt ist hingegen die Lage bei Plock, wo bei der ersten Flut vor zwei Wochen ein Damm gebrochen war. Die Bewohner der Gegend befürchten eine Tragödie, wenn die neue Welle dort ankommt.

Im Süden Polens begannen die Behörden bereits mit der Schätzung der Schäden. Rund um Krakau wurden in den vergangenen drei Wochen 70 Häuser völlig zerstört und 820 beschädigt. Die erste Flutwelle verursachte laut Bezirksamt einen Schaden von mindestens 2,5 Milliarden Euro.

In Brandenburg wird die zweite Welle des Oder-Hochwassers ab diesem Donnerstag erwartet. Mit einem deutlichen Anstieg des Pegel-Wertes in Ratzdorf sei zu rechnen, teilte das Landesumweltamt am Mittwoch mit. Die Experten stellen sich auf die zweithöchste Alarmstufe 3 ein.

In der Slowakei entspannte sich die Lage unterdessen.