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Aktualisiert vor 9 Minuten.

Unfall Beim Ahlhorner Dreieck
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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Warum geht Flugzeugen der Treibstoff aus?

02.12.2016

Berlin „LaMia 933 hat einen Totalausfall, Totalausfall der Elektronik, ohne Treibstoff“: Die letzten Minuten des Funkverkehrs zwischen dem Piloten und dem Flughafen-Tower vor dem Absturz in Kolumbien sind dramatisch. Nun ist sich die kolumbianische Luftfahrtbehörde sicher: Wegen Treibstoffmangels konnte sich das Flugzeug nicht länger in der Luft halten. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Luftfahrtgeschichte. Fragen und Antworten:

Ist Treibstoffmangel ein bekanntes Problem in der Branche?

Wenn sich jeder an die Regeln halten würde, dürfte Treibstoffmangel eigentlich so gut wie ausgeschlossen sein. „Es gibt ganz klare Vorschriften, wie der Treibstoffvorrat zu berechnen ist“, sagt Luftfahrtexperte und Airline-Berater Heinrich Großbongardt. „Bei ordnungsgemäßem Betrieb kann es gar nicht möglich sein, dass der Treibstoff ausgeht.“ Für unerwartete Ereignisse seien große Sprit-Reserven vorgesehen: So müsse der Pilot in der Lage sein, bei längerer Wartezeit vor der Landung am Zielflughafen eine Dreiviertelstunde zu kreisen. Auch ein Ausweichflughafen müsse erreichbar sein. „Und wenn denn tatsächlich - aus welchen Gründen auch immer - die Reserven zur Neige gehen sollten, dann sorgt die Flugsicherung dafür, dass man auf kurzem Weg zur Landebahn kommt“, sagt Großbongardt. Zumindest in der Theorie.

Aber was, wenn andere Flugzeuge bei der Landeerlaubnis in einem brenzligen Fall doch vorgezogen werden?

In Kolumbien gab der Flughafen-Tower einem anderen Flugzeug den Vorzug, die Maschine mit dem brasilianischen Fußballteam Chapecoense an Bord musste in die Warteschleife. Womöglich eine fatale Entscheidung. „Dass mehrere Flugzeuge gleichzeitig einen Notfall erklären, ist äußerst unwahrscheinlich“, sagt Großbongardt. Ohnehin: Die Tatsache, dass einem Flugzeug der Sprit ausgehe, komme so gut wie nie vor - in Deutschland sei das nicht häufiger als ein bis zwei Mal im Jahr der Fall.

Warum fliegen Airlines überhaupt mit zu wenig Treibstoff?

Rückblick Sommer 2012: Gleich dreimal an einem Tag mussten Flugzeuge von Ryanair in Spanien schnellstmöglich landen - wegen zu wenig Sprit im Tank. Die Höhe der Treibstoffmenge liegt im Ermessen der Verantwortlichen an Bord, also der Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sieht das Problem hingegen bei jenen Airlines, die Kosten sparen wollen. „Die Piloten werden dazu gedrängt, extra wenig zu tanken“, sagt VC-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg. Das Einmaleins der Billiganbieter: je weniger Treibstoff im Tank, desto weniger schwer das Flugzeug, desto geringer der Verbrauch. Bei „etablierten“ Fluggesellschaften sei diese Praxis aber nicht der Fall, sagt Handwerg. Großbongardt meint: „Generell fliegen Fluggesellschaften nicht mit zu wenig Treibstoff, denn das dürfen sie gar nicht.“ Das vom aktuellen Fall betroffene Unternehmen LaMia sei eine kleine Fluggesellschaft – „da muss man schauen, wie professionell sie agieren“.

Könnte ein Absturz durch Treibstoff noch andere Gründe haben, außer ein falsches Betanken?

Die Ermittlungen dauern an, über die genauen Ursachen lässt sich momentan nur spekulieren. Aus Sicht von VC-Vorstandsmitglied Handwerg ist auch denkbar, dass die Maschine durch ein Leck unbemerkt Treibstoff verloren haben könnte – auch wenn dies „eher selten der Fall“ sei. Ähnliche Vorfälle hat es aber bereits gegeben: Am 24. August 2001 musste ein Airbus A330 mit rund 300 Menschen auf der Azoreninsel Terceira notlanden. Mitten auf dem Atlantik war dem Flugzeug nach Angaben des Unfallberichts der portugiesischen Regierung durch ein Leck im rechten Flugzeugmotor der Treibstoff ausgegangen. Erst nach einem rund 20-minütigen Gleitflug kam die Maschine, die von Toronto nach Lissabon unterwegs war, auf den Boden.

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