WASHINGTON/DARMSTADT - Die erste Reparatur am Weltraumteleskop „Hubble“ ist gelungen: Bei ihrem über sieben Stunden langen Außeneinsatz am Donnerstag installierten die US-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel eine neue Weitsicht-Spezialkamera, die noch wesentlich weiter als frühere Modelle in die unendlichen Weiten des Universums schauen kann.

Die Installation zählt zu den wichtigsten Arbeiten der fünften und letzten Wartung des Teleskops, das damit noch mindestens fünf Jahre weiterarbeiten soll. Neben kleineren Reparaturen ersetzten die Spezialisten in mehr als 500 Kilometer Höhe über der Erde auch einen Computer, der das Teleskop kontrolliert und Informationen zur Erde sendet.

Der Außeneinsatz der beiden Amerikaner begann mit leichter Verspätung gegen 15 Uhr MESZ und dauerte mit mehr als sieben Stunden etwa eine halbe Stunde länger als ursprünglich geplant. Das Manöver galt als sehr riskant, da die Astronauten mit umherfliegendem Weltraum-Müll rechnen mussten. Die Reparatur war sowohl auf NASA-TV als auch im Internet zu verfolgen.

Während der elftägigen Wartungsmission sind insgesamt fünf Außeneinsätze vorgesehen. Für diesen Freitag ist die Auswechslung mehrerer Batterien und Gyroskope geplant. Gyroskope sind Schwingkreisel, die eine exakte Ausrichtung des Teleskops erlauben.

Unterdessen haben auch die beiden europäischen Superteleskope „Herschel“ und „Planck“ ersten Kontakt zur Bodenstation aufgenommen. Das Europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt empfing am Donnerstag um 15.49 Uhr über Antennen in Australien die ersten Funksignale der beiden High-Tech-Instrumente. „Beide Satelliten laufen, soweit wir das sehen können, komplett normal“, sagte der deutsche ESA-Programmmanager Thomas Passvogel in Kourou. Vom dortigen Weltraumbahnhof aus waren die Teleskope kurz zuvor an Bord einer Ariane-5-Rakete ins All gestartet.

Das nach dem Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel benannte Weltraumteleskop ist das größte, das jemals gebaut wurde. Es soll wie der nach dem Physiker Max Planck benannte Satellit der Entwicklungsgeschichte des Universums auf den Grund gehen. Beide Missionen kosten zusammen 1,8 Milliarden Euro.

www.nasa.gov und www.esa.de