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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Mit der Bevölkerung auf Verbrecherjagd

10.10.2018

Wiesbaden Die Leiche der zehnjährigen Adelina aus Bremen wurde 2001 gefunden. Auch rund 17 Jahre nach dem Sexualmord ist die Tat ungeklärt – aber nicht vergessen. Das Bundeskriminalamt (BKA) bittet nach wie vor auf seiner öffentlichen Fahndungsliste um Hinweise. Der Fall „Adelina“ zählt zu den ältesten in der Reihe, die im Internet rund 50 Einträge umfasst. Es wird nach Straftätern und Vermissten gesucht – ebenso nach Zeugen von Verbrechen und nach Menschen, die etwas über die Identität von Leichen wissen.

Welcher Fall auf die Liste kommt, entscheiden Gerichte, wie das BKA in Wiesbaden erklärt. Dabei geben die Richter auch vor, ob ein Gesuchter mit vollem Namen genannt werden darf. Angesichts der Medienwirksamkeit sei die Öffentlichkeitsfahndung keine Standardmaßnahme, sondern werde für den Einzelfall geprüft. Es müsse besonders sorgfältig abgewogen werden zwischen einer möglichst effektiven Tätersuche einerseits und den Persönlichkeitsrechten andererseits, so das BKA.

Der Vormarsch der Sozialen Netzwerke habe auch die öffentliche Fahndung verändert, insbesondere bezüglich des Datenschutzes, erklärt das BKA. „Fahndungsaufrufe in digitalen Medien – insbesondere bei Facebook oder Twitter – erfordern umfangreichere Prüfungen als bei klassischen Medien.“ Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff mahnt. Einmal publizierte Daten könnten von Dritten kopiert und weiter verbreitet werden. „Wird ein Verdacht später entkräftet, bleibt der oder die Betroffene trotzdem als gesuchte Person im Internetgedächtnis gespeichert“, so ihr Sprecher.

Beim Erfolg einer öffentlichen Fahndung ist die Bandbreite laut BKA groß: Die Spanne liegt zwischen wenigen Stunden und mehrjährigen ergebnislosen Suchen. Statistiken gebe es nicht. Verwiesen wird auf eine Erhebung des ZDF zum 50-jährigen Bestehen der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“, als eine Aufklärungsquote von rund 40 Prozent ermittelt worden sei.

Lange zurückliegende Taten können manchmal mit Hilfe der Bevölkerung noch geklärt werden, so die BKA-Erfahrung. Die Suche nach dem wegen fünffachen Mordes gesuchten Norman Volker Franz (90er Jahre-Fall) wurde sogar im Februar 2018 mit einer neuen Stimmensequenz aktualisiert. Eine „Most Wanted“-Rangordnung wie die US-Bundespolizei FBI nimmt das BKA nicht vor, aber es locken teils hohe Belohnungen: 80 000 Euro sind für erfolgreiche Hinweise auf das Ex-RAF-Trio Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg ausgelobt worden.

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