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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Wiesenhof im Shitstorm nach Atze-Schröder-Spot

26.06.2016

Lohne Eine Welle der Empörung bricht am Sonnabend in den sozialen Netzwerken über Geflügelproduzent Wiesenhof mit Sitz in Lohne herein. Grund ist ein Werbespot, in dem Proll-Comedian Atze Schröder anzügliche Witze über die Länge einer Bruzzler-Wurst spinnt und dazu schwadroniert: „Danach müssen Gina und Lisa erstmal in die Traumatherapie.“

Was die Nutzer empört: Die ehemalige „Germany“s next Topmodel“-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink steht derzeit in einem Aufsehen erregenden Prozess vor Gericht, in dem es um eine mögliche Vergewaltigung geht. Macht sich der Konzern damit über ein mögliches Vergewaltigungsopfer lustig? Nach den Anschuldigungen hat Wiesenhof das mehrere Monate alte Video gesperrt.

Wiesenhof und Atze Schröder haben sich inzwischen entschuldigt. Vor dem Hintergrund der Berichterstattung um Gina-Lisa Lohfink hätte der Spot so definitiv nicht veröffentlicht werden dürfen, teilte der Marketing-Geschäftsführer von Wiesenhof, Ingo Stryck, am Samstag auf dpa-Anfrage mit. „Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen und haben das Video sofort aus dem Netz genommen.“ “ Das Video sei bereits im vergangenen Jahr gedreht worden, schrieb Stryck. Auch Atze Schröder entschuldigte sich auf seiner Facebook-Seite.

Die im Netz geäußerte Empörung über den Spot ist groß. „Die, die mit Vergewaltigung Werbung machen. Ihr & Atze seid ekelhaft“, twittert ein User am Samstagnachmittag. Ein anderer twittert: „20 Zentimeter Hirn - danach müssten Atze und Wiesenhof erst einmal in die Traumatherapie.“ „Hähnchen-KZs, Atze Schröder und Spott über eine vergewaltigte Frau. Bei Euch stimmt das Gesamtpaket“, schreibt ein weiterer Nutzer.

2012 hatte die heute 29-jährige Gina-Lisa Lohfink nach einer Partynacht Sex mit zwei Männern. Die nahmen das Geschehen auf Video auf, wollten Geld damit machen, stellen den Clip schließlich ins Netz. In dem Video ist zu hören, wie das Model „Nein, nein, nein“ und „Hör auf“ sagt. Sie lässt „wegen der Vorgänge“ Strafanzeige stellen.

In den Ermittlungen erhärtet sich laut Gericht der Verdacht der Vergewaltigung nicht. Die beiden Männer werden aber wegen der Verbreitung des Videos verurteilt. Und das Model selbst kassiert wegen falscher Verdächtigung einen Strafbefehl von 24.000 Euro. Weil sie den nicht akzeptiert, läuft nun der Prozess.

Für viele ist Gina-Lisa Lohfink damit zur Galionsfigur der Frauen geworden, die für die Rechte von Vergewaltigten streiten. Sie sehen Lohfink als Opfer von Männern und Justiz und zugleich als mutige Vorkämpferin für Opfer sexueller Gewalt, die den Schritt zur Polizei wagen. Sie werfen der Staatsanwaltschaft vor, das Opfer zur Täterin gemacht zu haben. #TeamGinaLisa ist das Schlagwort der Unterstützer im Netz.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Schröder wenig später, er sei „absolut und ausnahmslos gegen jede Form sexueller Gewalt“. Seit Jahren engagiere er sich für den Verein Roterkeil.net gegen Kinderprostitution. Auch er schreibt, dass der kritisierte Werbespot nie veröffentlicht hätte werden dürfen. „Schon gar nicht jetzt, wo er einen Bezug herstellt, der ekelhaft ist und so nie gedacht war.“ Das Video sei eine große Dummheit, die er bereue. Er kündigte an, 20 000 Euro an den Verein zu spenden und eine Benefizshow spielen. Der kurze Facebook-Eintrag endet mit: „Tut mir leid, dass ich so dämlich war

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