Orlando - Erstmals ist in Florida offenbar das Zika-Virus durch einheimische Mücken übertragen worden. Drei Männer und eine Frau hätten den Erreger wahrscheinlich durch Mückenstiche im Land und nicht auf Auslandsreisen bekommen, teilte Gouverneur Rick Scott am Freitag in Orlando mit. Bisher sei aber kein Moskito positiv auf das Virus getestet worden.

Zika ist als Infektion für Erwachsene meist harmlos, wird jedoch für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht. In den USA wurden schon mehr als 1650 Zika-Infektionen registriert. Betroffen waren jedoch stets Patienten nach Reisen in gefährdete Gebiete wie Lateinamerika.

Jetzt schlug Scott Alarm: „Das ist nicht nur ein Florida-Problem. Es betrifft das ganze Land, und wir sind nur in der vordersten Reihe.“ Seinen Angaben zufolge vermuten Ärzte, dass sich die Patienten in Miami im beliebten Viertel Wynwood angesteckt haben könnten.

Die Behörden sprachen aber keine Reisewarnungen für schwangere Frauen für den Süden Floridas aus. Zika überträgt sich vor allem durch Mückenstiche, aber auch durch Sex.

In den meisten Fällen sorgt es nur für leichte Krankheitssymptome. Aber eine Infektion während der Schwangerschaft kann zu den in Brasilien und anderen Ländern beobachteten Schädelfehlbildungen führen. Sie bedeuten meist schwere Hirnschäden des Neugeborenen. Bisher gibt es keinen Impfstoff.