AACHEN - Am Tag nach dem deutschen Sieg im Nationenpreis setzte ein Niederländer das Glanzlicht beim CHIO in Aachen: Gerco Schröder gewann am Freitag den Preis von Nordrhein-Westfalen. Der 28-jährige Reiter aus den Niederlanden setzte sich im Sattel von Milano nach zwei fehlerfreien Runden in 60,02 Sekunden durch.

In der mit 86 500 Euro dotierten Prüfung kamen Franke Sloothaak (Borgholzhausen) mit Legurio (63,14) und Rodrigo Pessoa (Brasilien) mit Rufus (63,52) auf die Plätze zwei und drei. Der 49-jährige Sloothaak flog mit Legurio fast wie in seinen besten Zeiten über die Hindernisse. „Ich hätte vielleicht mehr Risiko gehen können“, sagte der Ex-Weltmeister. „Aber ich bin so zufrieden, ich bin durch den zweiten Platz beim Großen Preis am Sonntag dabei.“

Unterdessen gab Bundestrainer Kurt Gravemeier bekannt, dass das Siegerquartett des Nationenpreises vom Vorabend auch sein Team für die Europameisterschaft (14. bis 19. August) ist: Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Christian Ahlmann (Marl), Marcus Ehning (Borken) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen). „Wir würden uns ja selber wehtun, wenn wir daran rumbasteln würden“, sagte Gravemeier, auch wenn es noch keine offizielle Nominierung gab.

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben bei ihrer CHIO-Premiere einen gelungenen Auftakt geschafft. Nach Dressur und Springen lagen sie auf Platz eins. Mit 132,70 Strafpunkten führte das Team vor Großbritannien (149,10) und Schweden (158,90). „Ich bin ganz entspannt“, sagte Bundestrainer Hanz Melzer. „Nur weil Deutschland im Springen und in der Dressur gewonnen hat, müssen wir nicht auch hier

siegen.“ Im Einzel führte Frank Ostholt aus Warendorf mit Air Jordan (35,80) vor der Schwedin Linda Algotsson mit Stand by me (40,40). Die Entscheidung fällt diesen Sonnabend (9.50 Uhr/WDR) im Geländeritt.