AACHEN - Der 30-Jährige siegte vor seinem Landsmann Rodrigo Pessoa. Auch das deutsche Dressurteam enttäuschte.
Von Michael Rossmann
AACHEN - Die deutschen Springreiter sind beim ersten Höhepunkt des CHIO in Aachen leer ausgegangen. Die erfolgsverwöhnten Gastgeber landeten gestern im geschlagenen Feld und mussten beim Preis von Europa Bernardo Alves gratulieren. Der 30-jährige Brasilianer setzte sich im Stechen mit Canturo in 36,78 Sekunden vor seinem Freund und Trainer, dem Olympiasieger Rodrigo Pessoa mit Baloubet du Rouet (37,91), durch. Bester einheimischer Starter war Ludger Beerbaum (Riesenbeck) auf L’Espoir als Neunter. Auch in der Dressur enttäuschten die Gastgeber und müssen erstmals seit 1997 um den Sieg in der Teamwertung bangen.Alves zeigte beim zweitwichtigsten Einzelspringen des CHIO einen furiosen Ritt. „Das ist fantastisch“, kommentierte er seinen bisher größten Erfolg. „Es ist unglaublich, Rodrigo bei so einem wichtigen Springen zu schlagen.“
Die meisten deutschen Reiter scheiterten bereits im Umlauf. Doppel-Europameister Marco Kutscher (Norden) erreichte zwar das Stechen, doch sein Hengst Montender lief an einem Hindernis vorbei und sammelte in der Folge 14 Strafpunkte. „Er hat jetzt Pause gehabt seit der EM“, sagte Kutscher gelassen.
Der zweitplatzierte Pessoa wird seine Goldmedaille von den Olympischen Spielen in Athen am kommenden Montag in Rio de Janeiro erhalten. Pessoa wurde nachträglich Gold zugesprochen, weil der Ire Cian O’Connor des Dopings überführt worden war. Kutscher weiß noch nicht, wann und wo er seine Bronzemedaille erhält: „Etwas Schriftliches habe ich immer noch nicht.“
Einen Achtungserfolg landete Jan Sprehe aus Cloppenburg. Im Preis des Kreises Aachen wurde er mit Paganini Vierter.
Schwach startete das deutsche Dressur-Team, das nach dem ersten Tag des Nationenpreises auf Rang zwei hinter den USA liegt. Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) kam mit Lesotho nach Fehlern in den Einerwechseln auf 69,458 Prozentpunkte. Noch enttäuschender war der Auftritt von Ann Kathrin Linsenhoff (Kronberg), die mit Sterntaler (68,875) das Streichergebnis geliefert haben dürfte.
