Oldenburg - Der alte Fuchs landete beim Sprung in die Zukunft ganz vorne: Alois Pollmann-Schweckhorst aus Warstein avancierte mit seinem couragierten Auftritt im Eröffnungsspringen der Internationalen Oldenburger Pferdetage (8. bis 10 November) zum ersten Sieger in der neuen, großen EWE-Arena. Der 49-jährige Routinier, der seit vielen Jahren zu den Stammgästen im Oldenburger Spring-Parcours zählt, bewältigte die internationale Prüfung, den Preis der Nordwest-Zeitung, auf dem neunjährigen Fuchswallach Balermo fehlerfrei in 49,49 Sekunden als einziger Reiter unter der 50-Sekunden-Marke.
„Ich habe mein Pferd bewusst gefordert. Dass dann alles so gut geklappt hat, freut mich natürlich“, meinte ein zufriedener Pollmann-Schweckhorst bei der Siegerehrung. Und mit dem Blick auf den Großen Preis an diesem Sonntag (15 Uhr) fügte der Nationenpreisreiter und Pferdewirtschaftsmeister aus Westfalen mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Ich hätte nichts dagegen, wenn das am Sonntagnachmittag genauso wäre.“
Jan Sprehe (Cloppenburg) auf Stakki (50,27 Sek.), der lange Zeit geführt hatte, musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. „Ich wollte mich unbedingt für das Weltranglistenspringen am Samstagabend qualifizieren. Das Ziel habe ich erreicht“, meinte der 27-jährige Springreiter. Henry Vaske (Lastrup) auf Quinaro (50,50 Sek.) wurde Dritter, und auch der in Belgien lebende Rheinländer Marc Bettinger schaffte als Vierter auf Quannan (51,25 Sek.) noch als letzter Reiter die Qualifikation für das TV-Springen an diesem Sonnabend (18.30 Uhr/Sport 1).
Insgesamt 19 der 66 Starter waren bei der Jagd über die zehn Hindernisse – darunter zwei zweifache Kombinationen – fehlerfrei geblieben. Sieger Pollmann-Schweckhorst verwies bei seinem Erfolg so klangvolle Namen wie Johannes Ehning, Janne-Friederike Meyer, Joachim Heyer, Rolf Moormann, Gerco Schröder und Philipp Weishaupt auf die Plätze.
Erstmals in der 27-jährigen Geschichte des Turniers finden die Oldenburger Pferdetage in diesem Jahr nur noch an drei Tagen statt. Unter dem Motto „Zukunft beginnt“ präsentiert Turnierchef Kaspar Funke ein kompaktes und international erstklassig besetztes Turnier mit einem hohen Erlebniswert. So können die Besucher Pferd und Reiter beim Gang durch die Abreit- und Ausstellerhalle bis zum Einritt in die große Arena hautnah erleben.
„Das Konzept ist überzeugend. Das ist jetzt ein ganz anderes Flair“, meint Manfred Büter, 1. Vorsitzender vom Veranstalter Reit- und Fahrschule Oldenburg, der sich gerade für den Veranstaltungsblock am Freitagnachmittag aber mehr Zuschauer gewünscht hätte. Am Abend dann wurde sein Wunsch erfüllt: Mit fast 4000 Zuschauern unternahmen die Pferdetage dann doch noch erfolgreich den ersten Schritt in die Zukunft.
