AREZZO/BERLIN - Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat Springreiter Christian Ahlmann zum Dopingsünder erklärt und den ehemaligen Doppel-Europameister am Donnerstag für acht Monate gesperrt. Der 34-Jährige wollte im italienischen Arezzo gerade zur Prüfung einreiten, als sein Anwalt ihm per Handy die folgenschwere Nachricht mitteilte. „Ich war völlig überrascht und bin extrem enttäuscht. Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der Springreiter.

Mit dem Urteil sorgte das oberste Sportgericht für einen Paukenschlag. Der CAS wertete den Capsaicin-Nachweis bei Ahlmanns Pferd Cöster während der Olympischen Reiterspiele von Hongkong im Sommer 2008 als Doping und widersprach damit dem Weltverband FEI.

Die Sperre beginnt rückwirkend mit dem Tag der positiven A-Probe in Hongkong am 21. August 2008 und endet am 20. April 2009. Alle Erfolge, die Ahlmann in der Zwischenzeit erzielt hat, werden aberkannt.

„Das muss ich erst einmal sacken lassen. Erst wenn die Urteilsbegründung vorliegt, kann ich entscheiden, wie es weitergeht“, sagte Ahlmann, der sofort aus Italien Richtung Deutschland abreiste. Eigentlich wollte der Reiter aus Marl am Wochenende bei der Global Champions Tour in Arezzo starten. Eine Urteilsbegründung gab der CAS noch nicht bekannt.

In der ersten Verhandlung vor dem Weltverband FEI hatte Ahlmann glaubhaft klarmachen können, dass das Capsaicin durch ein Pflegemittel namens Equi-Block in den Körper seines Pferdes gelangt sei. Die FEI hatte daraufhin „nur“ von verbotener Medikation gesprochen und den Reiter bis zum 18. Dezember 2008 für vier Monate gesperrt. Nur im Reitsport wird die Unterscheidung zwischen Doping und Medikation vorgenommen.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN hatte die viermonatige Sperre für Ahlmann als „zu milde“ eingestuft und deshalb den CAS angerufen. Der Doping-Verdacht sei durch die FEI nie vollständig ausgeräumt worden, hieß es aus Warendorf. Der CAS hatte den Springreiter vor vier Wochen noch einmal angehört und nun auf Doping entschieden.