Barcelona - Die grüne Saison war gerade erst beendet, da dachte Otto Becker bereits elf Monate voraus. „Unsere Planungen für die WM 2018 beginnen jetzt“, sagte der Bundestrainer der deutschen Springreiter nach dem sechsten Platz seiner Equipe im Nationenpreis-Finale von Barcelona: „Man muss so früh wie möglich alle Eventualitäten durchspielen, wenn man bei einem großen Championat eine Medaille haben will.“
Auf dem Weg nach Tokio 2020 sind die Weltreiterspiele im September 2018 in den USA die nächste große Station. Beckers Job wird in der WM-Saison nicht einfacher, der Bundestrainer hat eine Vielzahl an guten Reitern und Pferden zur Auswahl, aus denen er seine Equipen formiert. „Nominierungen sind nie einfach“, sagte der 58-Jährige: „Es wird immer einen geben, der gerade noch reinrutscht, und einen, der dafür enttäuscht draußen bleibt.“
In diesem Jahr blieben große Namen von Anfang an draußen. Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum beendete seine Nationenpreis-Karriere, Christian Ahlmann und Daniel Deußer verzichteten, weil sie keine Championats-Pferde zur Verfügung hatten. „Ich hoffe schon, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sind“, sagte Becker, wies aber im gleichen Atemzug darauf hin, dass „unsere jungen Leute natürlich weiterhin unser vollstes Vertrauen genießen. Sie haben in den letzten Monaten einen Super-Job gemacht.“
Die jungen Leute sind unter anderem Laura Klap-hake, Simone Blum oder Maurice Tebbel. Das Trio hat sämtliche Ausbildungsphasen des nationalen Verbandes FN durchlaufen und verfügt über erstklassige Pferde. Die beiden jungen Stuten Catch Me If You Can (Klaphake) und Alice (Blum) gehören zum Besten, was das Springreiten momentan zu bieten hat, auch Tebbels Wallach Chacco’s Son ist ein hochveranlagter Vierbeiner.
Das beste Ergebnis lieferte in Barcelona bei ihrem Debüt Blum, die mit Alice nur einen Zeitfehler hatte. Mit je einem Abwurf aus dem Parcours ritten Marcus Ehning (Borken) mit Pret A Tout und Klaphake (Steinfeld/Kreis Vechta) mit Catch Me If You Can. Andreas Kreuzer (Herford) kassierte mit Calvilot neun Strafpunkte.
Das mit 1,25 Millionen Euro dotierte Finale der Serie hatte wegen Problemen mit der Flutlichtanlage mit fast zwei Stunden Verspätung begonnen. Es gewann mit nur einem Strafpunkt das niederländische Team vor den USA und Belgien.
