BöSEL - Markus Gribbe reist gerne. Und das ist ein Glück. Ansonsten hätte er harte Wochen vor sich. Als neuer Trainer der kanadischen Dressurreiter wird er ständig unterwegs sein. Heute Miami, morgen Los Angeles – und natürlich so oft wie möglich Lastrup. Der 47-jährige Weltenbummler aus Bösel wird seiner Heimat treu bleiben. Er wohnt nicht nur mit Frau und Tochter im Landkreis Cloppenburg, Gribbe will auch weiter in der Hengststation Böckmann arbeiten.
Wie viel Zeit dafür bleibt, muss sich noch zeigen. Schließlich ist er jetzt schon viel unterwegs. Zurzeit lernt er das kanadische Team bei einem Turnier in Miami kennen. Sein erfolgreicher Vorgänger Robert Dover arbeitet ihn ein. Anschließend gehts zum nächsten Turnier nach Los Angeles.
Ab dem 1. April ist Gribbe alleine verantwortlich – und weiter ständig auf Achse. Schließlich ist er auch für die vielen jungen Reiter des riesigen nordamerikanischen Landes zuständig. Eine seiner wichtigsten Aufgaben wird allerdings sein, die Kanadier zu den Olympischen Spielen 2012 in London zu führen. Noch so eine Reise, die er nur allzu gerne antreten würde.
Zunächst muss Gribbe jedoch eine sieben Monate lange Probezeit überstehen. Die macht ihm allerdings keine Angst. Glücklich habe ihn die Ernennung zum Teamtrainer Kanadas gemacht. „Ich bin aber auch gespannt, was diese verantwortungsvolle Aufgabe alles mit sich bringen wird.“ Und die neue Aufgabe hat Gribbe letztendlich auch seiner Lust am Reisen zu verdanken. Schließlich sind die Verantwortlichen des kanadischen Verbandes in England auf den Böseler aufmerksam geworden. Dort trainiert er schon seit vielen Jahren immer mal wieder Talente.
Sein eigenes Talent ist allerdings erst spät entdeckt worden. „Als er 15 Jahre alt war, wollte er das Reiten in den Ferien einfach mal ausprobieren“, erzählt seine Schwester Stephanie Kötter-Gribbe.
Und so wurde aus dem Spätstarter ein echter Durchstarter. Nach seiner Ausbildung bei dem angesehenen Trainer Hans Biss war er als Dressurreiter erfolgreich – und natürlich viel unterwegs. Mal trat er in Hickstead (England), mal in Warschau und mal in München an.
Gribbe reist nicht nur gerne, er ist es eben auch gewohnt, viel unterwegs zu sein. Das wird ihm in den kommenden Wochen und Monaten helfen. Und vielleicht darf er dann in anderthalb Jahren eine seiner wichtigsten Reisen antreten – in die englische Hauptstadt, wo die besten Dressurreiter der Welt um Gold kämpfen werden.
