BREMEN - Philipp Weishaupt lieferte den mit Abstand schnellsten Ritt, doch der deutsche Meister von 2009 musste für das hohe Risiko bezahlen. Beim Höhepunkt des internationalen Turniers in Bremen kassierte der 25-jährige Springreiter aus Riesenbeck am Sonntag im Sattel von Monte Bellini einen Abwurf, musste sich mit Platz drei begnügen und Rolf-Göran Bengtsson zum Sieg bei den Euroclassics gratulieren.
Der in Schleswig-Holstein lebende Schwede ritt mehr als drei Sekunden langsamer, setzte sich aber im Sattel von Quintero in 37,29 Sekunden durch. Auf den zweiten Platz kam der Niederländer Jeroen Dubbeldam mit Quality Time, der im Stechen des Großen Preises ebenfalls fehlerfrei blieb und 37,84 Sekunden benötigte.
Am Tag zuvor hatte die deutsche Equipe die erfolgreiche Titelverteidigung in der Team Trophy verpasst. Das Quartett musste sich einem Amazonen-Team geschlagen geben. Beide Mannschaften blieben jeweils mit allen vier Paaren im Umlauf fehlerfrei. Im entscheidenden Stechen unterlag Lars Nieberg (Homberg/Ohm) mit Lucie der Finnin Nina Fagerstrom auf Mouse. Beide leisteten sich keinen Fehler, Fagerstrom war in 34,08 Sekunden jedoch mehr als eine Sekunde schneller als Nieberg.
Zur zweitplatzierten Mannschaft gehörten neben Nieberg und Weishaupt auch noch Thomas Mühlbauer (Kötzting) mit Asti Spumante und Christian Ahlmann (Marl) mit Lorenzo. Für den Doppel-Europameister von 2003 war es der erste Ritt in einem deutschen Team seit dem Dopingfall bei den Olympischen Spielen 2008. „Es hat Spaß gemacht“, lautete Ahlmanns knapper Kommentar.
Ahlmann wollte sonst nicht viel zu dem Thema sagen, denn er feierte sein Comeback, obwohl er die eigentlich dazu notwendige Athletenvereinbarung noch nicht unterschrieben hat. Möglich war das, weil die Team Trophy kein offizieller Nationenpreis war. Wie ernsthaft der Wettbewerb einzuschätzen ist, zeigte sich an der Zusammensetzung der siegreichen Equipe. Neben der Finnin Fagerstrom ritten Julia Kayser aus Österreich mit Valdato, die Brasilianerin Karina Johannpeter mit Urolux und Anna-Maria Jakobs (Lastrup) mit Lausejunge für das Amazonen-Team.
In der Dressur wurde Isabell Werth (Rheinberg) beim Grand-Prix Special ihrer Favoritenrolle gerecht. Die fünffache Olympiasiegerin gewann mit dem neunjährigen Pferd Don Johnson vor Vicky Smits-Vanderhasselt (Belgien) mit Daianira Van De Helle – zuvor Siegerin im Grand Prix – und Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) auf River of Joy.
