Hagen/Lastrup/Peking - Um eine Zehntelsekunde war der Altmeister aus Großbritannien schneller: Der 57-jährige Springreiter John Whitaker gewann am Sonntag in Hagen bei Osnabrück den Großen Preis bei der ersten Station der Riders Tour und verhinderte so den Sieg von Meredith Michaels-Beerbaum.
Im Sattel von Argento gelang dem mehrmaligen Europameister im zweiten Umlauf der schnellste fehlerfreie Ritt. In 38,50 Sekunden ließ er die Mannschafts-Weltmeisterin aus Thedinghausen mit Unbelievable (0/38,60) hinter sich. Auf den dritten Platz kam die Portugiesin Luciana Diniz mit Fit for Fun (0/39,46). Die in der Nähe von Bonn lebende Reiterin hatte im Vorjahr die Riders Tour gewonnen. Bester Reiter aus dem Landesverband Oldenburg war Joachim Heyer. Der Cloppenburger landete mit Aquarell trotz eines fehlerfreien Ritts auf Platz sechs (40,69). Jan Wernke aus Holdorf (Kreis Vechta) belegte auf Queen Mary Rang 13 (0/63,26).
Mehrere Favoriten scheiterten hingegen in Hagen. Die Mannschafts-Weltmeister Marcus Ehning (Borken) mit Küchengirl und Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) mit Corradina hatten jeweils einen Abwurf in der ersten Runde. Der in den ersten Turniertagen dominierende Rene Tebbel (Emsbüren) kam beim Höhepunkt mit Light on auf Platz zehn. Mario Stevens verpasste das Stechen und belegte mit Little Pezi Platz 22 (4/68,47).
Auch Christian Ahlmann patzte früh, die Pendelei zwischen Peking und Hagen hat sich damit nicht gelohnt. Zwar belegte der Weltranglisten-Erste am Sonnabend im Olympiastadion der chinesischen Hauptstadt im Großen Preis Platz zwei. Nach dem prompten Rückflug kam er jedoch am Sonntag in Hagen nach acht Strafpunkten mit Lorena nur auf Rang 30. In Peking war Ahlmann mit dem Leihpferd Cinetto im Stechen 38,97 Sekunden geritten und musste sich nur der US-Amerikanerin Laura Kraut geschlagen geben.
Im Dressurviereck von Hagen dominierte die Britin Laura Tomlinson. Die 28-Jährige, unter ihrem Mädchennamen Bechtolsheimer Olympiasiegerin 2012 mit der britischen Mannschaft, setzte sich nach dem Erfolg vom Freitag im Grand Prix auch am Sonntag im Special unangefochten durch. Für ihren Ritt mit Mistral Hojris erhielt sie 81,021 Prozentpunkte und lag damit deutlich vor Lone Bang Larsen (Dänemark) mit Fitou (74,688). Die besten deutschen Starter folgten auf den Plätzen drei und vier: Anabel Balkenhol aus Rosendahl mit Dablino (74,191) und Nadine Capellmann aus Würselen mit Girasol (73,830).
Über ein „volles Haus“ freuten sich die Veranstalter der „Lastrup Spring Days“, bei denen am Wochenende junge Talente starteten. Das Abschlussspringen gewann Stefanie Schläper (PSG Lähden) vor Sophie Hinners (Sittensen) und Enno Klaphake (RV Oldenburger Münsterland).
