DELMENHORST - Der ehemalige FDP-Ratsherr Axel Unger soll sein Ratsmandat zurückgeben. Das fordert für den FDP-Kreisverband mit Tamer Sert an der Spitze dessen Pressesprecher und zweiter Vorsitzender Claus Hübscher. Er reagiert damit auf Mutmaßungen Ungers, wonach die FDP von Wahlberechtigten mit türkischem Migrantengrund gezielt unterwandert wurde. Ungers in der Öffentlichkeit geäußerte Befürchtung, sein Mandat mit „gekauften Stimmen“ erreicht zu haben, erfordere zwangsläufig den Rücktritt, so Hübscher.
Anzeige erstatten
Unger sei der Einzug in den Rat seinerzeit nur durch das Stimmengewicht der Mitstreiter mit türkischem Hintergrund gelungen. Hinsichtlich der Aussage Ungers, dass türkischstämmigen Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen „abgeschwatzt“ und ausgefüllt worden seien, fordert Hübscher, Unger möge „Ross und Reiter nennen“ und konsequenterweise Anzeige erstatten.
Neben Unger hatten beim letzten FDP-Kreisparteitag auch Uwe Dähne und Günter Matthes ihren Austritt aus der FDP erklärt, es folgten weitere zwölf. „Aktuell haben wir noch 55 Mitglieder“ erklärte Claus Hübscher am Donnerstag im Gespräch mit derNWZ
.Die von Unger ins Gespräch gebrachte „feindliche Übernahme ist ein wiederholtes Märchen“, sagt Hübscher. Es habe vor vier Jahren begonnen, als Unger als stellvertretender Kreisvorsitzender von Tamer Sert verdrängt worden sei.
Hübscher hebt den Einsatz Serts und des inzwischen bei der Liberalen Fraktion tätigen Murat Kalmis in der Mitgliederwerbung für die FDP hervor. „Es ist Aufgabe eines jeden Parteimitglieds in seinem Umkreis Werbung für die Partei zu machen“, stellt Hübscher klar. Daher sei die örtliche FDP seit Jahren zu etwa einem Drittel mit ausländisch-stämmigen Mitgliedern besetzt. Hübscher: „Der jetzige siebenköpfige Vorstand hat zwei türkischstämmige Mitglieder. Da kann man aber nicht von feindlicher Übernahme reden“.
Arroganz vorgeworfen
Hübscher ist seit 32 Jahren Parteimitglied, davon 15 Jahre als Kreisvorsitzender. In den letzten Jahren habe er vermehrt beobachte müssen, wie Axel Unger und Uwe Dähne (Matthes war erst vor kurzem von den Grünen zur FDP gewechselt) Partei und Wähler durch „Diskriminierung ausländischer und nicht akademischer Bürger und ihre sehr arrogante Haltung“ belasteten.
Hart ins Gericht geht Hübscher auch mit der örtlichen FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst. Sie habe sich auf Ungers und Dähnes Seite und somit gegen den Kreisverband gestellt.
