DORTMUND - Er jubelte wie lange nicht mehr: Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum hat zum dritten Mal nach 1998 und 2001 den „Großen Preis der Bundesrepublik“ in Dortmund gewonnen. Der Springreiter aus Riesenbeck kam nach einem Parforceritt im Stechen mit dem zwölf Jahre alten Hengst Coupe de Coeur in 34,52 Sekunden auf den schnellsten Nullfehlerritt.

„Ich bin absolut happy. Ich muss das erst einmal realisieren. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mit dem Pferd schon so weit bin“, sagte Beerbaum. Für den Sieg in der wichtigsten Prüfung des internationalen Reitturniers von Dortmund kassierte der EM-Dritte ein Preisgeld von 19 600 Euro. Beerbaum wurde zuletzt nach dem Verkauf seines Olympiapferdes All Inclusive aus dem A-Kader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gestrichen.

Bei dem seit 1955 ausgetragenen Klassiker in Dortmund belegte der niederländische Olympiasieger Jeroen Dubbeldam mit Whisper (0 Fehlerpunkte/34,82 Sekunden) den zweiten Platz. Dritter wurde Marcus Ehning (Borken) mit Sandro Boy (0/35,49). Neun Reiter hatten sich in der Dortmunder Westfalenhalle für das Stechen qualifiziert.

In der Dressur hatte zuvor Matthias Alexander Rath (Kronberg) der fünfmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth die Schau gestohlen.

Der 24 Jahre alte Stiefsohn von Seoul-Olympiasiegerin Ann Kathrin Lisenhoff gewann mit dem 14 Jahre alten Wallach Sterntaler den Grand Prix Special mit 75,750 Prozentpunkten und verwies Werth (Rheinberg/73,000 Punkte) mit ihrem Zweitpferd Warum Nicht auf den zweiten Rang.

„Es war eine Schande. Mein Pferd steht sich zurzeit selbst im Wege“, sagte Werth. „Ein toller Erfolg, Isabell Werth schlägt man nicht alle Tage“, meinte dagegen Rath. Die Dänin Nathalie Sayn-Wittgenstein wurde mit dem 13 Jahre alten Wallach Rigoletto (71,833) Dritte. Die zweifache Team-Olympiasiegerin Heike Kemmer (Winsen/Aller) belegte mit ihrem Top-Pferd Bonaparte (71,583) Platz vier.

Rath meldete sich eindrucksvoll auf der großen Dressur-Bühne zurück. Im vergangenen Jahr hatte der BWL-Student die Qualifikation für die olympischen Reiterspiele in Hongkong noch knapp verpasst.