Göteborg - Die neue Dressur-Königin Helen Langehanenberg stahl allen die Schau – vor allem den schwachen Springreitern. Die 30-Jährige feierte in Göteborg den erstmaligen Gewinn des Dressur-Weltcups und beendete damit die mehrjährige deutsche Durststrecke. „Wir Deutschen können doch noch siegen“, kommentierte die neue Bundestrainerin Monica Theodorescu. Gleich bei ihrem ersten Einsatz durfte sie einen ersten Platz bejubeln, während die schwachen Springreiter ein Debakel erlebten: Keiner ritt bis zur letzten Runde.

Platz 19 für Hans-Dieter Dreher war im Scandinavium von Göteborg das beste Ergebnis für die Reiter von Bundestrainer Otto Becker. Wie schon im Vorjahr hatten die deutschen Springreiter nichts mit dem Sieg zu tun, den sich die US-Amerikanerin Beezie Madden sicherte. Die 49-Jährige aus New Jersey setzte sich im Stechen mit ihrem 14-jährigen Wallach Simon fehlerfrei gegen den Schweizer Steve Guerdat durch, der mit Nino zwei Abwürfe hatte.

„Das hatten wir uns natürlich ganz anders vorgestellt“, sagte Becker, dessen Quartett schwach startete und stark abbaute. Der Weltranglistenerste Christian Ahlmann (Marl) schied bereits am Freitagabend aus, ehe Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf weitere Runden verzichtete. Marcus Ehning (Borken) gab am Sonntag nach drei Abwürfen während der ersten Runde auf.

Auch der Weltcup-Neuling Dreher aus Eimeldingen konnte die Bilanz nicht retten und entschied sich, nach vier Abwürfen mit Embassy nicht mehr zur zweiten Runde anzutreten.

Während Becker zerknirscht nach Erklärungen suchte, strahlte seine Dressur-Kollegin. Theodorescu feierte mit Langehanenberg den ersten deutschen Einzel-Erfolg bei einem Großereignis seit 2007. „Ich werde das wohl erst in ein paar Tagen realisieren“, sagte die 30-jährige Dressurreiterin aus Havixbeck bei Münster bei einem der zahlreichen Interviews nach dem Triumph.

Im Sattel des 13-jährigen Hengstes Damon Hill hatte Langehanenberg vor 12 000 Zuschauern eine elegante Vorstellung gezeigt und 88,286 Prozentpunkte erhalten. Titelverteidigerin Adelinde Cornelissen aus den Niederlanden kam mit Parzival (86,214) auf Rang zwei. Dritter wurde ihr Landsmann Edward Gal mit Undercover (84,446). Isabell Werth aus Rheinberg wurde mit Don Johnson (80,429) Fünfte.

Nur „ein kleiner Lichtblick“ war für Becker das Abschneiden beim Großen Preis. Bei dem Springen gewann Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Chaman in 30,97 Sekunden vor Ehning mit Plot Blue (32,02). Beerbaum hatte sich nicht für das Weltcup-Finale qualifiziert und durfte das Springen des Rahmenprogramms nur dank einer Wildcard bestreiten.