FRANKFURT/MAIN - Dressur-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff wird vom 1. Januar an als erste Frau an der Spitze der Deutschen Sporthilfe (DSH) stehen. Der Aufsichtsrat der Stiftung berief Linsenhoff am Dienstag in Frankfurt/Main einstimmig zur neuen Vorstands-Vorsitzenden. Sie löst damit Hans Wilhelm Gäb ab, der das Amt knapp zweieinhalb Jahre innehatte. „Es ist ein sehr, sehr großer Tag für mich. Es gibt nichts Größeres, als sich als Sportler für Sportler und Werte des Sports einzusetzen. Ich kann dem Sport jetzt etwas zurückgeben“, sagte Linsenhoff. „Ich bin einfach überwältigt.“
Bereits im Oktober hatte der Aufsichtsrat der DSH bestätigt, dass Linsenhoff für das Amt als Sporthilfe-Chefin zur Verfügung steht. Der 71-jährige Gäb hatte zuvor mitgeteilt, die Führung an eine „jüngere Generation“ übergeben zu wollen. „Ich freue mich, das Amt zu einer Zeit mit einem ausgeglichenen Haushalt und einer soliden Finanzierung aufgeben zu können“, betonte Gäb. Seine Nachfolgerin werde „neue und gute Wege finden. Sie lebt als Mensch die Ideale, die uns wichtig sind: Fairplay und Miteinander.“
Ihren Rücktritt vom aktiven Reitsport hatte Ann Kathrin Linsenhoff am 2. April bekannt gegeben. Grund dafür war eine lange Zeit nicht entdeckte Borreliose-Infektion. Zuvor gewann sie zwischen 1987 und 2005 drei Europameister- und zwei Weltmeisterschafts-Titel. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann sie Mannschaftsgold.
Neben ihren sportlichen Erfolgen machte sich die Tierärztin bisher auch als Vorsitzende der „Ann-Kathrin-Linsenhoff-Unicef-Stiftung“ sowie als Botschafterin des Kinderhilfswerks Unicef verdient.
Seit Bestehen der DSH-Stiftung hat diese insgesamt 40 000 Sportler finanziell mit insgesamt etwa 350 Millionen Euro unterstützt. Pro Jahr profitieren rund 3800 Athleten von bis zu zwölf Millionen Euro. Das schlägt sich auch in sportlichen Erfolgen nieder: Insgesamt 188 Olympiasiege gehen auf das Konto von Athleten, die durch die DSH unterstützt werden.
