Balve/Oldenburg - Schon vor dem Ende des letzten Rittes durfte Isabell Werth (Rheinberg) glücklich lachen und ihre 14. deutsche Meisterschaft feiern. Überlegen gewann die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt am Sonntag in Balve nach dem Titel im Special auch die Kür. Das, obwohl die 47-Jährige auf ihr bestes Pferd verzichten musste. „Emilio ist eine fantastische Runde gegangen“, schwärmte Werth über ihr Zweitpferd, das nach dem Ausfall von Weihegold bei den Titelkämpfen im Sauerland glänzte.

Auch mit der Nummer zwei ist Werth derzeit nicht zu schlagen. Für ihren Kür-Ritt zur Musik mit ihrem elfjährigen Wallach erhielt Werth von den Wertungsrichtern 89,125 Prozent. Auf Platz zwei kam wie im Special am Samstag der Bad Homburger Sönke Rothenberger mit Cosmo (87,600). Dritte wurde Dorothee Schneider aus Framersheim mit Sammy Davis jr. (81,650).

Werth wird nun auch das deutsche Team beim CHIO in Aachen anführen. Gemeinsam mit Rothenberger, Schmidt und Schneider bildet sie das Quartett bei der zweiten Sichtung für die EM im August in Göteborg. Fehlen wird der deutschen Equipe Doppel-Weltmeisterin Kristina Bröring-Sprehe, die wegen einer Verletzung ihres Toppferdes Desperados auf Balve und überhaupt die Championats-Saison verzichtet.

Achtbar aus der Affäre zog sich gegen starke nationale Konkurrenz Bernadette Brune aus Bad Zwischenahn. Im Sattel des Oldenburger Hengstes Spirit of the Age konnte sie sich sowohl im Grand Prix Special als auch in der Kür platzieren. Im Special bedeuten 72,373 Prozentpunkte Rang zwölf, in der Kür 76,325 Zähler Platz acht.

Noch höher hinaus ging es in Balve für Laura Klaphake aus Steinfeld. Die 23-Jährige sicherte sich erstmals den Meistertitel bei den Springreiterinnen. Als einzige Starterin war die U-21-Team-Europameisterin im Sattel ihres neunjährigen Wallachs Silverstone in insgesamt drei Runden ohne Strafpunkt geblieben. In diesem Wettbewerb ritt Deutschlands Vielseitigkeits-Queen Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit der achtjährigen Stute Nupafeed’s La Vista auf den 14. Rang.

Bei den Springreitern wiederum gab es eine faustdicke Überraschung. Außenseiterin Simone Blum (Zolling) dominierte die männliche Konkurrenz und feierte mit Alice ihren zweiten Titelgewinn nach 2016. Die 28-Jährige blieb mit ihrer zehnjährigen Stute in allen vier Runden ohne Abwurf und kassierte nur 0,25 Strafpunkte wegen eines Zeitfehlers. Zweiter wurde der bereits 57-jährige Holger Hetzel aus Goch mit Legioner (0,75). Auf Platz drei kam Rolf Moormann aus Großenkneten mit Samba bei insgesamt vier Strafpunkten. Den siebten Rang sicherte sich Mario Stevens (Molbergen) mit Credo (4,75).

Blum ist die zweite Frau nach Meredith Michaels-Beerbaum, die bei den Männern den Titel gewinnt. Im Vorjahr hatte die Reiterin aus Bayern noch in der Frauen-Wertung gesiegt.