GENF - Drei Routiniers und ein Neuling – mit dem kleinsten Aufgebot seit 13 Jahren starten die deutschen Springreiter beim Weltcup-Finale in Genf. Das Quartett hat allerdings vier Trümpfe. „Alle können vorne rein reiten“, sagte Bundestrainer Otto Becker vor dem Auftaktspringen an diesem Donnerstag: „Alle sind gut in Schuss.“

Auf Titelverteidigerin Meredith Michaels-Beerbaum muss Becker aber verzichten. Die Weltcup-Gewinnerin von 2008 und 2009 ist nach der Geburt ihrer Tochter im Februar noch nicht fit genug für die inoffizielle Hallen-Weltmeisterschaft mit drei schweren Wertungsprüfungen.

Favorit im deutschen Team ist Marcus Ehning. „Ihm traue ich es im Moment am ehesten zu“, sagte Becker über den zweimaligen Weltcup-Gewinner. „Er hat einen Lauf.“ Zuletzt gewann der 35-jährige Profi aus Borken die Großen Preise von Dortmund und Paris. Die drei weiteren deutschen Starter in Genf kommen allesamt aus dem westfälischen Riesenbeck: Altmeister Ludger Beerbaum und seine Angestellten Marco Kutscher und Philipp Weishaupt.

Obwohl im Herbst die nur alle vier Jahre stattfindende Weltmeisterschaft in Lexington/Kentucky auf dem Plan steht, ist Ehning voller Ehrgeiz nach Genf gefahren. „WM hin oder her, das ist der Höhepunkt der Hallensaison“, sagte er: „Da will ich ein Wörtchen mitreden.“ 2003 in Las Vegas hatte Ehning den Titel mit Anka gewonnen, drei Jahre später in Kuala Lumpur mit Sandro Boy.

In der Genfer Halle „Geneva Palexpo“ sattelt Ehning im Gegensatz zu seinen Kollegen zwei Pferde: Küchengirl und Plot Blue. Die schnelle Stute soll im Zeitspringen für eine gute Ausgangslage sorgen, am Freitag und bei den beiden Abschlussrunden am Sonntag setzt er auf den sprungstarken Plot Blue.

Ehning gehört außer McLain Ward (USA) und Edwina Alexander (Australien) zu den besonders hoch gehandelten Reitern in Genf. „Aber wir haben alle eine gute Chance“, sagt er über seine Teamkollegen. Der 46-jährige Beerbaum reitet die Stute Gotha, Ex-Europameister Marco Kutscher (34) den Wallach Cash. In der Schweiz bestreitet der deutsche Meister Philipp Weishaupt (24) mit Catoki sein erstes Weltcup-Finale.