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NWZonline.de Sport Pferdesport

Deutsche Dressurreiter holen Gold in Göteborg

24.08.2017

Göteborg Schon vor dem letzten Ritt durfte sich das deutsche Dressur-Team über Gold freuen. Isabell Werth hätte gar nicht mehr reiten müssen - so überlegen gewann das Quartett um die erfolgreichste Reiterin der Welt bei der Europameisterschaft in Göteborg. „Das war eine starke Leistung“, schwärmte Equipe-Chef Klaus Roeser am Mittwochabend. Silber ging an Dänemark vor Schweden.

„Wir waren die bei weitem stärkste Nation“, sagte Sönke Rothenberger. Der 22-Jährige hatte am Mittwoch den Vorsprung so weit ausgebaut, dass die anderen Mannschaften chancenlos waren. Während Werth sich mit ihrer Stute Weihegold noch auf dem Abreiteplatz vorbereitete, schwanden die theoretischen Zweifel am deutschen Sieg mit der letzten dänischen Starterin Cathrine Dufour.

„Du bist immer nur so gut, wie die Konkurrenz es zulässt“, sagte der Equipe-Chef. Roeser lobte zugleich die „Top-Leistungen“ der deutschen Paare. „Ich glaube, das liegt auch an unserem Trainerteam und der ganzen Betreuung.“

Mit dem Erfolg rehabilitierte sich die führende Dressur-Nation für den peinlichen Auftritt bei der Heim-EM vor zwei Jahren. In Aachen trat das Team mit dem nicht mehr fitten Wunderpferd Totilas an und erhielt nur Bronze.

Am Dienstag hatten Helen Langehanenberg (Billerbeck) mit Damsey und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Sammy Davis Jr. vorgelegt und das Team weit in Führung gebracht. Am Mittwoch ritt Rothenberger mit Cosmo und sagte: „Für das Team war das heute genug, fürs Einzel müssen wir uns noch verbessern.“ Am Freitag gibt es Medaillen im Grand Prix Special und am Samstag in der Kür.

Es ist das 23. Mal, dass deutsche Reiter den Mannschafts-Titel gewannen. Die schlechtesten Platzierungen waren bisher die dritten Plätz 2009 in Windsor und 2015 in Aachen.

Während das Dressur-Team seinen Sieg feiern durften, musste die Mannschaft der Springreiter den durchwachsenen Start verarbeiten. „Wir sind noch nicht ganz weit weg“, kommentierte Bundestrainer Otto Becker. Sein Quartett mit drei EM-Neulingen liegt nach der ersten von drei Teilprüfungen auf Platz sieben. Es führt die Schweiz vor Frankreich und Schweden.

„Bei den beiden Jungen hat man gemerkt, dass die Erfahrung noch fehlt“, sagte der Bundestrainer: „Aber irgendwann müssen sie die machen.“ Je acht Strafpunkte von Maurice Tebbel und Laura Klaphake verhinderten ein besseres Ergebnis.

„Bei unseren beiden jungen Leuten lief es nicht so, wie wir es gerne gehabt hätten“, kommentierte der routinierte Marcus Ehning: „Wir sind schon ein Stück weit weg.“ Nur Ehning blieb am Mittwoch ohne Fehler und liegt mit Pret A Tout im Einzel auf Platz zwei hinter dem Schweden Peder Fredericson mit All In.

Philipp Weishaupt hatte als Schlussreiter mit Convall einen Abwurf. „Das passiert schon mal, wenn man Risiko geht“, sagte der 32-Jährige aus Riesenbeck. Nach seinem ersten EM-Ritt liegt Weishaupt in der Einzelwertung auf Platz 13.

Am souveränsten ritt Ehning. „Rundum war es eine super Runde“, kommentierte der 43-Jährige aus Borken seine Vorstellung mit Pret A Tout. Durch die vorangegangenen Patzer von Tebbel mit Chacco“s Son und Klaphake mit Catch Me If You Can sei der Druck „eher weniger“ geworden, erklärte der Routinier seine Sicht der Dinge: „Der Druck ist am größten, wenn alles läuft und man vorne bleiben will.“

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