HAGEN - Reiter Matthias Rath hat das Comeback mit seinem Wunder­pferd Totilas um einen Tag verschoben. Statt an diesem Freitag wird das Duo erst am Sonnabend im Dressurviereck beim Turnier in Hagen am Teutoburger Wald auftreten.

Diese Entscheidung kam selbst für den Dressur-Bundestrainer Jonny Hilberath überraschend. „Davon weiß ich noch gar nichts“, sagte der verblüffte Coach der deutschen Dressur-Nationalmannschaft am Donnerstagmittag. Beim Training am frühen Morgen hatte der Reiter dem neuen Bundestrainer nichts von diesem unerwarteten Sinneswandel erzählt.

Durch die Verschiebung um einen Tag wird der 27-jährige Rath – und das ist das entscheidende – bei der zweiten Prüfung am Sonntag nicht den Grand Prix Special reiten, der in London für die Teamwertung zählt. Stattdessen tritt er mit Totilas in der Kür an, mit der in London die Einzelwertung entschieden wird.

Der Sinneswandel ist auch deshalb unerwartet, weil Rath selbst noch am Montag erklärt hatte, wegen der Bedeutung in London die sogenannte Special-Tour reiten zu wollen: „Der Special gehört auch zur Mannschaftswertung bei den Olympischen Spielen. Die Kür können wir auch noch später bei einem anderen Turnier reiten.“ Nun scheint das nicht mehr zu zählen. Warum Rath umdisponierte, erklärte er nicht und kann sich auch keiner erklären.

Rath hat seit der EM im August 2011 in Rotterdam, wo das Paar eine Einzelmedaille verpasste, keinen Wettkampf mit dem teuersten Dressurpferd der Welt bestritten. Wegen Verletzungen waren Starts im Dezember und im Januar abgesagt worden. Entsprechend groß ist die Spannung vor dem Comeback.