HAGEN - Nach acht Monaten verletzungsbedingter Pause sollte Totilas am Freitag beim internationalen Reitturnier in Hagen a.t.W. sein Comeback geben. Aber das teuerste Dressurpferd der Welt bekamen die Zuschauer dann doch nicht zu sehen. Reiter Matthias Rath verschob das angekündigte Totilas-Comeback kurzfristig um einen Tag – und sorgte mit seinem plötzlichen Sinneswandel bei vielen für Verstimmung.

Bundestrainer Jonny Hilberarth war von Rath über dessen Entscheidung nicht informiert worden. „Das Thema Kommunikation, darüber müssen wir reden“, sagte Klaus Roeser, der Vorsitzende des Dressur-Ausschusses. Dennis Peiler, der neue Sportchef der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), „war auch überrascht – das war sehr kurzfristig. Wir werden darüber reden.“

Offizieller Grund für den späteren Start ist, dass Rath statt des Grand Prix Special lieber die Kür reiten möchte. Der Special ist anders als die Kür ein Teil der Mannschaftswertung bei den Olympischen Spielen – mit der Kür werden die Einzelmedaillen vergeben. Daher sorgte der Wechsel auch bei Raths Kollegen für Verstimmung. „Das ist auch für mich sehr überraschend“, sagte Isabell Werth.

Immerhin: Totilas ist „völlig gesund“, wie Mit-Besitzer Paul Schockemöhle sagte. Der Rapphengst passierte am Freitag den sogenannten Vet-Check – die Tierärzte hatten nichts zu beanstanden.

Beim zeitgleichen Grand Prix wäre ein Erfolg ohnehin schwer möglich gewesen, denn die Britin Charlotte Dujardin gewann die erste große Prüfung im Sattel von Valegro mit 81,426 Prozentpunkten. Auf Platz zwei kam Werth aus Rheinberg mit Don Johnson (76,511). „Dass Totilas in Hagen gleich auf starke Konkurrenz trifft, ist nur förderlich“, sagte Schockemöhle.