Hamburg - Wie im Vorjahr hat Vielseitigkeits-Reiterin Sandra Auffarth aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) einen erfolgreichen Ausflug zu den Spezialspringern unternommen. Die 32-Jährige belegte am Sonntag beim Deutschen Spring-Derby in Hamburg-Klein Flottbek auf La Vista den dritten Platz, diesen Rang hatte sie auch 2018 erkämpft.

„Ich bin super zufrieden“, sagte Auffarth: „Ich freue mich, dass es noch zu Platz drei gereicht hat.“ Sie habe gemerkt, „dass La Vista die Kraft ein wenig wegging“. Viele Beobachter hatten Auffarth sogar zugetraut, als fünfte Frau beim Derby zu triumphieren. Die bisher letzte war die Britin Caroline Bradley vor 44 Jahren gewesen.

Den Sieg sicherte sich Nisse Lüneburg aus Uetersen (Schleswig-Holstein) mit Cordillo. Der 30-Jährige gewann im Stechen die 90. Auflage des Klassikers und zählt nach seinem dritten Triumph nach 2012 und 2014 zu den Großen in der 99-jährigen Derby-Geschichte. Er ist der erste deutsche Sieger seit 2015, damals durfte sich Christian Glienewinkel das Blaue Band sich umhängen lassen.

Im entscheidenden Durchgang behielt Lüneburg vor 25 000 Zuschauern die Nerven und war 1,19 Sekunden schneller als Shane Breen. Der vor Lüneburg gestartete Ire war mit Can Ya Makan ebenfalls fehlerfrei geblieben.

Lüneburg und Breen waren auch die einzigen unter den 32 Starterinnen und Startern, die den 1230 Meter langen Kurs und die 17 Hindernisse ohne Fehler bewältigt hatten. Sie steigerten damit die Zahl der Nullfehlerritte auf dem seit 1920 nur wenig modifizierten und weltweit schwersten Parcours auf 159.

„Mein Pferd hat alles gegeben. Hier und da hatten wir auch Glück“, meinte Lüneburg nach der Nullrunde im Normalumlauf. In dem elfjährigen Cordillo hat er den würdigen Nachfolger von Calle Cool gefunden, der ihn 2012 und 2014 zum Sieg getragen hatte. Vorjahresgewinner Matthew Sampson kam auf Rang vier. Mit dem von seiner britischen Landsfrau Holly Smith geliehenen Old Joker hatte er einen Abwurf.

Einen Tag zuvor hatte Daniel Deusser den lukrativen Höhepunkt des Reitspektakels für sich entschieden. Der in Belgien lebende Hesse gewann den mit 300 000 Euro dotierten Großen Preis und sorgte für den ersten deutschen Sieg in der diesjährigen Millionenserie Global Champions Tour. Auf der erst zehnjährigen Stute Jasmien zeigte der 37-Jährige den schnellsten fehlerfreien Ritt im Stechen. Deusser bildet mit Jasmien erst seit etwas mehr als einem halben Jahr ein Paar. „Die Erwartungen waren hoch, und sie hat alle erfüllt“, sagte er über sein Pferd. Für seinen Erfolg erhielt Deusser 100 000 Euro Siegprämie und übernahm nach der sechsten von 20 Stationen auch die Gesamtführung.

Die Dressur-Prüfungen standen wie schon in den vergangenen Jahren im Schatten der Spring-Wettbewerbe. Überragender Reiter war Frederic Wandres. Der 32-Jährige aus Hagen am Teutoburger Wald gewann das 61. Derby.

Mit etwa 95 000 Besuchern an den fünf Tagen erlebte das Derby den nächsten Zuschauerrekord.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)