HAMBURG - Außenseiter Thomas Kleis hat zum ersten Mal in seiner Karriere das Deutsche Springderby in Hamburg gewonnen. Der Springreiter aus Gadebusch zeigte bei der 80. Austragung in Hamburg-Flottbek mit seiner Holsteiner Stute Carassina eine glänzende Vorstellung und sorgte für den zwölften deutschen Sieg in Folge seit 1998.
„Das ist der größte Erfolg meiner Laufbahn“, sagte Kleis. In 58,77 Sekunden führte er sein Pferd gekonnt und mit nur zwei Fehlerpunkten durch das Stechen der wohl schwierigsten Prüfung der Welt und durfte sich über eine Siegprämie von 35 000 Euro freuen. Auf den zweiten Platz kam Matthias Granzow (Passin) mit der Stute Antik (15/67,78). Auf Platz drei landete Vorjahressieger Andre Thieme mit Nacorde. Der Reiter aus Plau machte aber den Mecklenburger Dreifach-Erfolg komplett.
Vor 28 000 Besuchern erlaubte sich Mitfavorit Carsten-Otto Nagel (Wedel) 16 Fehler im Umlauf und verpasste das Stechen. Christian Ahlmann (Marl) zeigte sich trotz der zuletzt gegen ihn erhobenen Manipulationsvorwürfe nervenstark und belegte mit Perry Lee den sechsten Platz.
Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) hatte wegen mehrfacher Verweigerung seines Hengstes Goldfever beim Abstieg vom Großen Wall in der Qualifikation auf einen Start im Derby verzichtet. In der Doping-Debatte hatte Beerbaum am Sonntag neues Öl ins Feuer gekippt und die im Wettkampf geltende Nulllösung erneut kritisiert. „Im Laufe der Jahre habe ich mich darin eingerichtet, auszuschöpfen, was geht“, sagte Beerbaum über eigene Erfahrungen mit dem Umgang von Medikationen bei Pferden. Sport-Chef Reinhard Wendt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN reagierte empört: „Ich bin verblüfft über diese Aussage.“
Einen Zahltag der besonderen Art erlebte Bernardo Alves am Sonnabend. Der Brasilianer kassierte für seinen Sieg mit seinem elf Jahre alten Wallach Chupa Chup bei der dritten Etappe der Global Champions Tour (GCT) 95 000 Euro.
In der Dressur sicherte sich Christoph Koschel (Hagen) zum ersten Mal in seiner Karriere den Sieg im Deutschen Dressurderby.
