HAMBURG - HAMBURG/SID - Ein lädierter Toni Hassmann hat mit dem 133. fehlerfreien Ritt seit 1920 seinen Vorjahressieg beim deutschen Spring-Derby in Hamburg-Klein Flottbek wiederholt. Noch nicht vollständig genesen von einem Schien- und Wadenbeinbruch, sicherte sich der Reiter aus Lienen mit Collin die Siegprämie in Höhe von 35 000 Euro vor dem fünfmaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum aus Riesenbeck mit Champion de Lys und Alois Pollmann-Schweckhorst aus Warstein, der sich mit Faro wie Beerbaum einen Abwurf leistete.
„Dieses Jahr ist mein Sieg nun wirklich kein Zufall mehr“, sagte der alte und neue Derby-Gewinner, der seine schwierigsten Momente bei den Irischen Wällen zu überstehen hatte: „Da hat mein Pferd phantastisch reagiert.“
Überschattet wurde die 76. Auflage des Traditionsturniers vom Sturz von Janne-Friederike Meyer. Die Amazone aus Friedrichshulde bei Hamburg wurde von ihrem Pferd Callistro beim Sprung hinter dem großen Wall abgeworfen und erlitt nach einer ersten Diagnose einen Schock und eine leichte Gehirnerschütterung. Die 24-Jährige, die die erste Derby-Qualifikation am Freitag für sich entschieden hatte, musste aber nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Dem aufgeweichten und rutschigen Boden mussten gleich mehrere Favoriten Tribut zollen. Vorzeitig aufgeben mussten unter anderem der brasilianische Olympiasieger Rodrigo Pessoa und der ehemalige Derbysieger Holger Wulschner.
Bei strömendem Regen und ungemütlichen Temperaturen hatte Heike Kemmer bereits am Mittag ihren Titel als Siegerin des deutschen Dressur-Derbys erfolgreich verteidigt. Die Mannschafts-Olympiasiegerin aus Winsen ließ im Finale mit Pferdewechsel ihren beiden Konkurrentinnen keine Chance. Mit 3718 Punkten ließ die Vorjahressiegerin sowohl Lokalmatadorin Anja Hermelink als auch Kristy Oatley aus Australien deutlich hinter sich. Kemmer erzielte mit dem 13-jährigen Wallach Patmos mit 1269 Punkten das beste Einzelergebnis.
