HANNOVER - Die deutschen Spitzen-Reiter müssen nach der Auflösung ihrer Olympia-Kader durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN zur Klärung der Doping-Anschuldigungen erste Einbußen verkraften. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) hat die Förderung der Athleten eingestellt.

Damit reagierte die Sporthilfe auf die Maßnahme der FN, die am 28. Mai als Folge der Doping-Diskussionen nach den Olympischen Spielen 2008 ihren A-, B- und B2-Kader aufgelöst hatte. Die DSH darf laut Satzung nur Kaderathleten unterstützen.

„Für den einzelnen Sportler ist das natürlich ärgerlich. Aber die Sporthilfe muss sich an die Regularien halten“, sagte FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach. Die Sporthilfe hatte zuvor die FN und das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) über den Schritt informiert.

Nicht betroffen sind der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum und die meisten anderen deutschen Springreiter. Beerbaum, dessen Äußerungen zur Medikation von Pferden die Lawine erst losgetreten hatten, befindet sich seit 1991 nicht mehr in der Sporthilfe-Förderung.

„Das ist konsequent. Ich sehe das als Chance für ein heilendes Donnerwetter. Ob es die Falschen oder Richtigen trifft, darüber möchte ich nicht mutmaßen“, sagte Hinrich Romeike, Doppel-Olympiasieger der Vielseitigkeitsreiter. Er erhält ebenso wie Beerbaum kein Sporthilfegeld.

„Betroffen von der Sperre der Fördergelder sind vor allem Dressurreiter und Vielseitigkeitsreiter“, meinte FN-Sprecher Hans-Joachim Elz. „Für uns ist wichtig, dass es eine Härtefallklausel gibt und dass rückwirkende Auszahlungen vorgesehen sind“, sagte Lauterbach. Sollten FN und DOKR erneut einen Championatskader aufstellen, sollen die Mitglieder rückwirkend ihre Leistungen erhalten.