Jührdenerfeld / Bredehorn - Behutsam und fürsorglich führt Helmut Quathamer sein Kaltblut „Max“ durch die Reihe, zunächst ohne Arbeitsgerät: „Die Folie über die Spargeldämme kennt das Pferd nicht. Ich gehe mit ihm an der Longe durch, damit Max das Gefühl für diese Aufgabe bekommt und vertraut“, erläutert der 66-Jährige. Ein Spargelfeld mit Pferd und Igel zu bearbeiten, ist für den Mann aus Bredehorn Neuland. Der Probedurchgang verläuft ohne Probleme: Max hat keine Scheu vor der schwarzen Folie, die je nach Sonne verschieden stark reflektieren kann. Helmut Quathamer und sein Kaltblut – ein Pferd für das Verrichten schwerer Arbeit – sind ein eingespieltes Team: Pferd und Mensch vertrauen einander.
Individuell aufs Pferd zugeschnitten
Nach dem erfolgreichen Solo-Lauf durch die Spargelreihe ist die Arbeit mit Igel im Schlepp fast schon Routine und Erfahrung. „Ich habe Igel mit verschiedenen Scharen und kann diese je nach Bedarf austauschen“, so Helmut Quathamer. Auch die Befestigung des Zugseils zum Pferdegeschirr hat der 66-Jährige sehr sorgsam eingesetzt: „Das Zugseil darf beim Ziehen des Gerätes keine Berührung mit dem Pferdekörper haben, sonst kann es Verletzungen geben“, klärt der gelernte Schlosser auf und zeigt auf die perfekte Führung des Seils, weit ab vom Körper des Pferdes. Quathamer, der noch drei Haflinger Pferde hat, übernimmt mit dem Kaltblut Max die Vorarbeit auf dem Spargelfeld, sein alter Schulfreund Heini sorgt mit dem Haflinger Mirko und Igel für weitere Auflockerung des Bodens.
Der 66-Jährige aus Bredehorn hat lange als Schlosser im Betonwerk Westerstede gearbeitet und nach der Auflösung der Firma mit der Gründung einer Ich-AG 2004 den Schritt in die Eigenständigkeit gewagt. „Ich biete Planwagen- und Kutschfahrten an und bin mit den Pferden im Sommer viel in Baumschulen im Einsatz“, erklärt Helmut Quathamer, der sein Hobby und seine Leidenschaft für Pferde und Natur zum Beruf gemacht hat. Viele Baumschulbetriebe würden diese schonende Variante der Bodenbearbeitung bevorzugen.
„Das ist umweltfreundliche Unkrautbekämpfung und sanfte Bodenbelüftung“, erzählt Volker Caspers vom Klosterhof Jührden. Diese schonende Bearbeitung würde das Wachstum und die Dicke der Spargelstangen positiv beeinflussen „Wir legen Wert auf Qualität und freuen uns, dass der Boden auf diese altherkömmliche Art und Weise aufgelockert wird und der Spargel mehr Luft bekommt“, so Volker Caspers.
Igel – ein historisches Gerät
Ein Igel ist heute ein fast vergessenes landwirtschaftliches Arbeitsgerät für die Bodenauflockerung und Unkrautzerstörung. Früher wurde dieses landwirtschaftliche Gerät von Pferden gezogen, später gab es auch Vorrichtungen, die hinter einem kleinen Trecker gekoppelt wurden. Ein Igel wurde für die Bearbeitung von Kartoffel- und Rübenäcker eingesetzt.
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