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NWZonline.de Sport Pferdesport

Junge Amazone überrascht Favoriten

28.11.2016

Oldenburg Die Liste der Favoriten war lang, ihr Name fehlte allerdings darauf. Kendra Claricia Brinkop belehrte die Experten jedoch eines Besseren. Denn die 22-jährige Amazone gewann am Sonntag den mit 40 000 Euro dotierten Großen Preis von Oldenburg. Damit sorgte sie zum Abschluss des Agravis-Cups in der großen EWE-Arena für eine dicke Überraschung.

Mit blau-roter Schärpe drehte die Springreiterin aus Neumünster die Siegerrunde, nachdem ihr zu Ehren die Nationalhymne ertönt war. „Damit habe ich nicht gerechnet“, staunte sie über sich selbst und lobte ihren erst achtjährigen Hengst A la Carte. Dass sie auch mit mehr PS rasant unterwegs ist, demonstrierte sie auf der zweiten Ehrenrunde mit ihrem soeben gewonnenen Mitsubishi. Im Stechen zuvor lag Brinkop nach einem Nullfehlerritt knapp vorn (35,00 Sekunden) und feierte ihren ersten internationalen Triumph überhaupt. Zweiter wurde Jörg Oppermann auf Che Guevara (0/35,11) vor Lokalmatador Mario Stevens (Molbergen) und Banana Pancake (0/35,83).

„Das Stechen von Kendra war vom Allerfeinsten. Da hätten noch zehn Reiter kommen können und hätten sie nicht verdrängt. Hut ab“, lobte Stevens, der als letzter Starter noch einmal alles versucht hatte. Im anspruchsvollen Rundkurs von Parcourschef Hans-Werner Sattler (Hatten) blieben im ersten Umlauf zehn von 63 Reitern fehlerlos. Darunter auch der Cloppenburger Joachim Heyer, der am Ende einen beachtlichen fünften Platz belegte (0/38,70). Sein 12-jähriger Wallach Aquarell wurde vom Züchterverband als bestes Oldenburger Pferd ausgezeichnet.

Nicht ganz so gut lief es für die erfolgsverwöhnten Reiter aus den Niederlanden. Vorjahressieger Gert-Jan Bruggink verpasste nach einem Abwurf das Stechen. Sein Landsmann Jur Vrieling leistete sich im Finale einen Fehler und wurde Achter.

Siegerin Brinkop gönnte sich derweil keine Atempause. Direkt im Anschluss an den Großen Preis ritt sie noch das Finale der Mittleren Tour. „Für dieses Jahr habe ich alle Pflichten erfüllt“, kommentierte sie zufrieden.

Das war auch Turnierchef Dr. Kaspar Funke. „Der Agravis-Cup braucht junge Gesichter wie Kendra“, würdigte er die Leistung der Siegerin und zog am Sonntag ein positives Fazit – auch wenn der angepeilte Zuschauerrekord von mehr als 25 000 Besuchern an den vier Turniertagen verpasst wurde.

„Es waren 24 500 Zuschauer da, damit können wir mehr als zufrieden sein“, sagte Funke. Am meisten Steigerungspotenzial habe noch der Freitag. „Wir müssen da mehr Schulklassen in die Halle bekommen, da waren wir schon einmal besser“, sagte Funke und sprach auch an, dass das erste große Springen fast bis Mitternacht gedauert hatte: „Das hat sich doch sehr lang hingezogen, da können wir uns verbessern.“ Dass der Vertrag mit der Weser-Ems-Halle um fünf Jahre bis 2022 verlängert wurde, wertet er als positives Signal für die Zukunft.

Die dürfte in Oldenburg auch Kendra Claricia Brinkop gehören. Vor dem Agravis-Cup 2017 wird ihr Name bei den Experten sicherlich auf der Liste stehen.

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2033

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