Balve - Schwitzend und strahlend ritt die Siegerin aus dem Viereck. „Ich hatte nicht gedacht, dass es so heiß ist“, sagte Kristina Sprehe, nachdem sie die erste Dressurprüfung der deutschen Meisterschaften in Balve gewonnen hatte. Die zweimalige Siegerin des Vorjahres wurde ihrer Favoritenrolle mit Desperados gerecht. Sprehe gewann am Freitag deutlich.

Die 27-Jährige aus dem niedersächsischen Dinklage setzte sich im Grand Prix mit ihrem Hengst Desperados mit 81,30 Prozentpunkten klar durch. Dahinter folgte Isabell Werth aus Rheinberg mit Don Johnson (78,16). Dritte wurde Jessica Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Unee (76,84).

Fast 30 Grad im Schatten, aber „er hat trotzdem gut mitgearbeitet“, lobte die Siegerin ihren Hengst. Sie war mit dem ersten von drei Ritten in Balve „sehr zufrieden“. Die Auftakt-Prüfung zählte als Qualifikation zur ersten Meisterschafts-Entscheidung am Samstag, dem Grand Prix Special. Der zweite Titel in der Kür wird am Sonntag vergeben.

Bei den Dressureiterrinnen geht es neben den Medaillen vor allem um einen Platz im Quartett für die EM im August: Balve ist die erste von zwei Sichtungen. Nur Sprehe kann sich derzeit sicher sein, dass sie auch in Aachen zum Nationalteam gehört.

Nicht am Start in Balve waren Mathias Rath mit Totilas. Das teuerste Dressurpferd der Welt trainiert seit Februar wieder. Noch sei er jedoch nicht ganz fit für einen Wettkampf, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu. Das gilt auch für Isabell Werths Stute Bella Rose. Beide Pferde können sich aber noch in vier Wochen beim Nationenpreis in Hagen bei Osnabrück für die EM empfehlen. „Am Ende sollen die fittesten und besten Pferde zur EM“, sagte die Bundestrainerin.

Für eine Schrecksekunde im Parcours sorgte der Sturz von Hans-Dieter Dreher mit Magnus Romeo. Nach einer makellosen ersten Runde warf der Hengst den Springreiter aus Eimeldingen ab. „In der letzten Sekunde hat er den Kopf weggedreht“, erklärte Dreher. Der Reiter blieb wie sein Magnus Romeo unverletzt: „Alles in Ordnung.“

Die Prüfung gewann überraschend Jörg Oppermann. Der 30-Jährige aus Gückingen siegte mit Che Guevara nach zwei fehlerfreien Runden aufgrund der besten Zeit. Auf Platz zwei folgte Holger Wulschner (Groß Viegeln) mit Cha Cha Cha vor Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) mit Holiday. Die Entscheidung fällt am Sonntag nach zwei weiteren Umläufen.

Der zu den Favoriten zählende Marcus Ehning musste seine Hoffnungen früh begraben. Bereits in der ersten von vier Runden sammelte der dreimalige Weltcup-Gesamtsieger mit Funky Fred acht Strafpunkte. „Ärgerlich“, lautete Ehnings knapper Kommentar.