Oldenburg - Dass eine erfolgreiche Weltmeisterschaft ihre Spuren hinterlässt, erleben derzeit nicht nur Deutschlands Fußballer. „Das war eine super Saison, aber jetzt fangen wir wieder von vorne an“, weiß auch Reit-Ass Kristina Sprehe um mögliche Nachwirkungen eines Triumphes. Ende August wurde die 27-Jährige mit der deutschen Equipe in Frankreich Weltmeisterin in der Team-Dressur, in der Einzelwertung gewann sie zudem Bronze. Mit dem Aufgalopp bei den Internationalen Oldenburger Pferdetagen (14. bis 16. November), die erstmals unter dem neuen Namen „Agravis-Cup“ firmieren, beginnt für sie und ihren Hengst Desperados in einem Monat wieder der Turnieralltag.

„Es hat ein wenig gedauert, die Erfolge zu verarbeiten, aber jetzt stecke ich mir neue Ziele“, sagt die Reiterin aus Dinklage (Kreis Vechta), die 2012 in London mit der Mannschaft die olympische Silbermedaille gewann. Dass er das Duo Sprehe/Desperados – derzeit auf Rang sieben der Weltrangliste – erstmals seit 2011 wieder für einen Start in Oldenburg gewinnen konnte, freut Kaspar Funke. „Kristina Sprehe ist eine Sympathieträgerin, die bei den Weltreiterspielen in Caen eine phänomenale Leistung gebracht hat“, lobt der Turnierchef. Sprehe wird beim Grand Prix am 14. November (13 Uhr) und beim Grand Prix Special einen Tag später (11.15 Uhr) in der großen EWE-Arena satteln. „Die Pferdetage passen perfekt in meinen Zeitplan. Schließlich braucht auch Desperados ein oder zwei Turniere zur Eingewöhnung“, sagt die Weltmeisterin über den Auftakt der Hallensaison.

„Ich bin auch früher schon gern in Oldenburg geritten, aber in der neuen Arena haben sich die Bedingungen noch einmal verbessert“, würdigt die Reiterin zudem die Modernisierung des Turniers, bei dem sie mit starker Konkurrenz rechnet. Zugesagt haben eine Woche vor Nennungsschluss unter anderem Nadine Capellmann, Titelverteidigerin Danielle Heijkoop aus den Niederlanden sowie Altmeister Hubertus Schmidt. „Ein sehr gutes Teilnehmerfeld, bei dem es für mich keinen Favoriten gibt“, kommentiert Sprehe. Womöglich kommt in Isabell Werth sogar eine zweite Team-Weltmeisterin nach Oldenburg, mit der Funke nach eigener Aussage Gespräche führt.

Insgesamt stehen an den drei Tagen in der Arena 26 Prüfungen in Dressur und Springen auf dem Programm. Die Gesamtdotierung liegt bei 130 000 Euro. Höhepunkt ist der abschließende Große Preis der Springreiter (Sonntag, 16. November, 15 Uhr).