KRONBERG - KRONBERG/DPA/SID - Rücktritt statt goldener Zukunft: Mannschafts-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff hat trotz glänzender sportlicher Perspektiven ihre Karriere als Dressurreiterin beendet. Die Tierärztin leidet unter den Folgen einer spät erkannten Viruserkrankung (Borreliose), die immer wieder Fieberschübe und Müdigkeit auslöste. „Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Doch nach langer Überlegung und in Abstimmung mit meinen Ärzten habe ich mich zu diesem Schritt entschieden“, sagte die 46-Jährige aus Kronberg im Taunus.

Mit deutschen Equipen hatte sie bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul, bei den Weltmeisterschaften 1990 und 2002 sowie bei den Europa-Titelkämpfen 1989 und 2005 jeweils die Goldmedaille gewonnen.

Über ein halbes Jahr litt Linsenhoff an Herzrhythmusstörungen und Fieberschüben. Es gehe ihr wieder gut, ließ die Chefin des Schafhofs in Kronberg noch vor wenigen Wochen wissen. Sie machte wieder Pläne für Turniereinsätze mit ihren Pferden Wahajama und Sterntaler. Für Ende April hatte sie ihr Comeback geplant. Die Empfehlung der Ärzte, die Belastung gering zu halten, habe sie „wie ein Keulenschlag“ getroffen, sagte sie.

Zwar will die Begründerin einer Stiftung für Kinder unter dem Dach der Unicef das Reiten nicht aufgeben. Von der höheren physischen Beanspruchung durch den Turniersport rieten die Mediziner jedoch dringend ab, weil erneut gesundheitliche Probleme befürchtet werden.

„Ich hatte noch nie zuvor so gute Pferde“, meinte Linsenhoff, die die Oldenburger Wahajama und Sterntaler weder verkaufen noch anderen Reitern zur Verfügung stellen wird. Sie will die beiden Pferde gemeinsam mit Ehemann Klaus-Martin Rath auf dem Schafhof weiter reiten.