LAS VEGAS - Kaum erschien in Las Vegas auf der Anzeigetafel das Endergebnis, da schimpfte Reiterin Isabell Werth los wie ein Rohrspatz. Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin unterlag vor 8000 Zuschauern mit dem hauchdünnen Rückstand von 0,45 Punkten dem gebürtigen Deutschen Steffen Peters (USA) und verpasste beim Weltcup-Finale ihren dritten Erfolg nach 1992 und 2007.
„Das ist nicht nachvollziehbar. Die Noten des niederländischen Punktrichters Wim Ernes sind mehr als ärgerlich“, sagte Werth. Die 39-Jährige hatte fest mit dem Sieg gerechnet. Am Ende kam sie mit Satchmo auf 84,500 Punkte. „Die Beurteilung wundert mich nicht, schließlich hat er die deutsche Mannschaft schon bei der EM 2007 in Turin um die Goldmedaille gebracht“, wetterte Werth.
Während die Punktrichter aus Deutschland, Schweden und Mexiko Werth vorne sahen, die US-Richterin Linda Zang einen Vorteil für Peters wertete, gab Ernes dem Sieger in der A-Note vier Punkte und in der B-Note fünf Punkte mehr. „Da kamen sogar niederländische Journalisten zu mir und sagten, das sei Käse“, meinte Werth.
Hinter Werth belegte Anky van Grunsven (Niederlande/82,150 Punkte) mit Zweitpferd Painted Black Platz drei. Monica Theodorescu (Füchtorf/76,850) kam als zweite Deutsche mit Whisper auf Rang sechs. „Nach dem schlechten Grand Prix bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte Theodorescu.
Einen Protest schloss Werth aber aus. „Das bringt jetzt nichts. Ich denke nur, dass dieser Punktrichter für Deutschland bei der EM im August ein Problem werden könnte“, sagte die Doppel-Weltmeisterin.
Ungeachtet des Ärgers im deutschen Lager genoss der 45 Jahre alte Peters seinen Erfolg. „Es ist unglaublich, ein tolles Gefühl“, sagte der Lokalmatador, der im Sattel des elf Jahre alten Ravel seinen größten Einzelerfolg feierte. Van Grunsven gewann dem Ausgang etwas Positives ab: „Der Sieg von Peters ist gut für den Sport. So gewinnen nicht immer die gleichen Reiter.“
