LUHMüHLEN - Glücklich trotz Niederlage: Mannschafts-Olympiasiegerin Ingrid Klimke hat den möglichen Sieg beim hochklassigen Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen knapp verpasst, aber Selbstvertrauen für die Reit-WM (25. September bis 10. Oktober) getankt. Im abschließenden Springen der Vier-Sterne-Prüfung in der Lüneburger Heide leistete sich Klimke an diesem Sonntag mit vier Fehlerpunkten einen Abwurf zu viel. Trotz der Führung nach der Dressur und einem fehlerfreien Geländeritt Klimkes zog die Engländerin Sharon Hunt auf Tankers Town mit nur einem Abwurf im Springen im Gesamt-Klassement mit 47,00 Punkten noch an der Münsteranerin (47,20 Punkte) vorbei und kassierte die 33 000 Euro. Klimke gewann immerhin noch 23 000 Euro.

Obwohl ihr mit dem 13 Jahre alten Hannoveraner Wallach Butts Abraxxas ebenso wie Lokalmatador Andreas Dibowksi (Egestorf) mit seiner Stute FRH Fantasia am Sonntag vor 25 000 Zuschauern die Nerven versagten, gilt das Duo als große deutsche Hoffnung für die Welt-Reiterspiele in drei Monaten in Lexington (USA). Der Weltranglisten-Erste Dibowski wurde nach Dressur, Geländeritt und Springen am Ende Dritter (48,20 Punkte) und kassierte 13 000 Euro.

Dibowski, Klimke und Hinrich Romeike wurden unmittelbar nach dem Turnier von Bundestrainer Hans Melzer in das vorläufige WM-Aufgebot berufen. Die endgültige Equipe für Lexington soll nach der deutschen Meisterschaft in Schenefeld bei Hamburg (26. bis 29. August) stehen.

Für Jubelstürme hatte Klimke beim Geländeritt am Vortag gesorgt. „Im Ziel habe ich gesehen, wie sich unsere Trainer gefreut haben. Das tat gut“, sagte die Olympiasiegerin von Hongkong nach einer starken Leistung.

Auch Doppel-Olympiasieger Romeike wurde vom Bundestrainer in den vorläufigen Kader berufen. Romeike war wegen der Verletzung seines Pferdes in Luhmühlen nicht gestartet. Die Nominierung gelte deshalb unter Vorbehalt und setze eine überzeugende Leistung beim Vielseitigkeits-Turnier im polnischen Strzegom voraus, sagte Melzer.