Bremen - Am letzten Hindernis platzte der Traum von der Titelverteidigung. Mario Stevens ritt als letzter Starter ein, riss im Sattel von Corlanda eine Stange und machte so den Belgier Jan Vinckier beim Reitturnier in Bremen zum Sieger der Euroclassics.
Der 41-jährige Belgier blieb als einziger Springreiter in den beiden Umläufen am Sonnabend und Sonntag mit Emilie de Diamant ohne Abwurf. Auf Platz zwei kam Lars Nieberg aus Homberg/Ohm, der mit Leonie in der ersten Runde einen Zeitfehler kassiert hatte.
„Das ist bitter“, sagte Stevens, Titelverteidiger der Euroclassics-Einzelwertung. Der Reiter aus Molbergen, der nur auf Platz sechs kam, sorgte mit seinem späten Patzer auch dafür, dass Nieberg sich noch auf Rang zwei schieben konnte. Der 49-Jährige war nach dem Zeitfehler in der ersten Runde nur Elfter und holte kräftig auf. „Ehrlich gesagt habe ich damit nicht gerechnet“, sagte Nieberg zum zweiten Platz. „Dass die anderen so viele Fehler machen, hätte ich nicht gedacht. Ich muss mich bei meinen Kollegen bedanken.“ Den drittplatzierten Jur Vrieling freute besonders die konstante Form von Bubalu, der im Dezember bereits Zweiter im Großen Preis in Frankfurt war.
Am Vortag hatte die deutsche Mannschaft die Team Trophy gewonnen. Das Quartett beendete das Springen mit dem bestmöglichen Ergebnis von null Strafpunkten. Stevens blieb auf Corlanda ebenso ohne Fehler wie Patrick Stühlmeyer (Osnabrück) auf Lord Lohengrin und Max Kühner (Starnberg) auf Clintop. Lediglich Jan Werncke (Holdorf) auf Queen Mary leistete sich als vierter Teamreiter zwei Abwürfe und lieferte damit das Streichergebnis. Heinrich-Hermann Engemann, Disziplintrainer der bundesdeutschen Reiter, räumte offen ein, stolz auf das Quartett zu sein.
Auf Platz zwei folgte Belgien mit acht Strafpunkten. In der wichtigsten Einzelprüfung des zweiten Turniertages, dem Championat von Bremen, hatte die Schweizerin Christina Liebherr mit Con Grazia gewonnen.
