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NWZonline.de Sport Pferdesport

Reiten: Multitalent auch am Geburtstag als Macher gefragt

21.03.2020

Mühlen Normalerweise wäre Paul Schockemöhle in diesen Tagen bei einer Turnierserie in Südspanien. Als Manager der japanischen Springreiter, die er auf die Olympischen Spielen in Tokio vorbereiten soll. Und auch seinen 75. Geburtstag an diesem Sonntag hätte der einstige Erfolgs-Reiter, Züchter, Veranstalter und Multi-Unternehmer im Süden verbracht. Doch normal ist in Corona-Zeiten nichts. Auch nicht für eine der prägendsten Figuren im deutschen Reitsport.

Und so sitzt Schockemöhle zu Hause in Mühlen (Kreis Vechta) und muss versuchen, die Folgen der Pandemie für seine zahlreichen Unternehmungen zu managen. „Das ist im Moment noch nicht zu übersehen. Das dauert noch ewig. In diesem Jahr ist das noch nicht fertig“, sagt er mit Blick auf den Kampf gegen das neuartige Virus.

Nach Feiern ist Schockemöhle vor dem Hintergrund der aktuellen Lage deshalb nicht zumute. „Jetzt wäre das der falsche Weg“, meint er. Er werde am Geburtstag ein Glas Sekt mit seiner Frau Bettina trinken. Das war’s. Vielleicht wird er eine Feier noch einmal nachholen. Aber Geburtstage nimmt Schockemöhle ohnehin nicht wichtig. „Das ist ja grundsätzlich keine Errungenschaft. Ich habe Glück gehabt, so alt zu werden“, sagt er.

Seine Erfolge als Sportler und Unternehmer haben indes weniger mit Glück als vielmehr mit Fleiß und Geschick zu tun. Als Springreiter blieben vor allem seine Siege auf Deister in Erinnerung. Dreimal nacheinander (1981, 1983, 1985) wurde der jüngere Bruder des 1976er-Olympiasiegers Alwin Schockemöhle (heute 82) mit dem hannoverschen Wallach Europameister. Schon während seiner Karriere begann er von Mühlen aus, ein kleines Imperium aufzubauen, bestehend unter anderen aus mehreren Logistik-Unternehmen sowie Pferdezucht und -handel. In seinem Turnierstall formte er Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak, den heutigen Bundestrainer Otto Becker und Meredith Michaels-Beerbaum zu Weltklasse-Reitern.

In Lewitz in Mecklenburg betreibt er zudem ein Gestüt mit mehreren tausend Pferden. Er ist Chef der Riders Tour, der wichtigsten nationalen Springsportserie, und Veranstalter wichtiger Turniere wie des deutschen Spring- und Dressur-Derbys in Hamburg.

Schockemöhle gilt längst als Multi-Millionär. Dass er ein vermögender Mann ist, lässt er sich nicht anmerken. Er kommt rustikal und bodenständig daher ohne jede Neureichen-Attitüde. Nach seinem 65. Geburtstag sagte er, er sei jetzt Rentner. Ein „Rentner im Unruhestand“ charakterisierte ihn indes einmal sein Freund Ullrich Kasselmann. „Das ist kein Typ, der sich zur Ruhe setzt“, mutmaßte auch Bundestrainer Becker über seinen Chef.

Doch Schockemöhle hat tatsächlich allmählich erkannt, es ruhiger angehen zu lassen. So hat er sich aus vielen Beteiligungen zurückgezogen und baut einen Nachfolger für den Pferdebereich auf. Er wisse auch, „dass man nicht gegen die Biologie arbeiten kann“.

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