MüNSTER - Triumph für Meredith Michaels-Beerbaum, Debakel für Schwager Ludger Beerbaum: Nur sechs Monate nach der Geburt ihrer Tochter ist Meredith Michaels-Beerbaum auf den Thron der deutschen Springreiter zurückgekehrt. Die 40-Jährige behielt in Münster den Durchblick, siegte bei den deutschen Meisterschaften mit Checkmate und hat ihre Fahrkarte für die WM in Kentucky/USA (25. September bis 10. Oktober) so gut wie sicher. Schwager Ludger Beerbaum hingegen erlebte auf seiner Nachwuchsstute Gotha mit Platz 15 ein Debakel und hat seine Chance verspielt.

Beerbaum selbst gab sich resigniert: „Ich will dem Bundestrainer nicht vorgreifen, aber ich glaube, dass die WM für mich nicht in Frage kommt. Gotha ist doch noch sehr jung und konnte nicht mithalten“, sagte Beerbaum.

Vor 5000 Zuschauern auf dem Münsteraner Schlossplatz zeigte Meredith Michaels-Beerbaum, dass sie das Reiten nicht verlernt hat. Die Amazone hatte in vier Runden nur einen Abwurf und sicherte sich nach 2008 zum zweiten Mal den Sieg in der erweiterten Männer-Klasse. Christian Ahlmann (Marl) erlaubte sich als Zweiter mit Lorenzo 4,25 Punkte, Alois Pollmann-Schweckhorst (4,75) kam auf Chacco Blue auf Rang drei.

„Ich bin total glücklich. Ich glaube, ich bin die erste Mutter, die in der gemischten Klasse den Titel gewinnen konnte“, sagte Michaels-Beerbaum. Bei den Frauen belegte sie hinter Eva Bitter (Bad Essen) den zweiten Platz.

Am Montag oder Dienstag will Chefcoach Otto Becker das endgültige WM-Quintett bekannt geben, in dem wohl Beerbaum fehlen wird. Gesetzt sind Weltcupsieger Marcus Ehning (Borken) und Vize-Europameister Carsten-Otto Nagel (Wedel). Gute Chancen hat auch Marco Kutscher, der sich mit Platz drei in Valkenswaard bei der Global Champions Tour empfahl.

In der Dressur setzte Isabell Werth mit zwei Siegen in Special und Kür die Glanzlichter und feierte ihre DM-Titel Nummer zehn und elf. Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin wird die deutsche Equipe zu den Weltmeisterschaften Ende September nach Kentucky führen.

Neben Werth, die mit Warum nicht und Satchmo berufen wurde, gehören Matthias Alexander Rath (Kronberg) mit dem 15 Jahre alten Wallach Sterntaler, Christoph Koschel (Hagen) mit dem elf Jahre alten Donnperignon und Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit dem zehn Jahre alten Dablino zur vierköpfigen WM-Mannschaft.