NUSSLOCH/OLDENBURG - Eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebte Kristina Sprehe bei den U-21-Dressur-Europameisterschaften im badischen Nussloch. Nach einem verpatzten Start in der Teamwertung gewann sie am Sonnabend mit ihrem Pferd Royal Flash die Einzel-Silbermedaille. Den Abschluss und Höhepunkt bildete am Sonntag der Kampf um den Titel in der Kür. Dabei verpasste die 20-Jährige nur haarscharf die Medaillenränge und belegte den vierten Platz. Der Holdorfer Tom Berg belegte am Sonnabend Rang elf und war am Sonntag in der Kür nicht mehr mit dabei.

„An den Donnerstag möchte ich mich nicht mehr erinnern“, meinte Kristina Sprehe. Bei ihrem Pferd hatte sich die Zunge über das Kandarrengebiss geschoben und so gab es nur enttäuschende Punktzahlen. Dadurch blieb in der Teamwertung zusammen mit Tom Berg, Christin Schütte und Verena von der Linde auch „nur“ die Silbermedaille. Der Sieg ging an die Equipe der Niederlande.

Mit einer gehörigen Portion Frust ausgestattet und hochmotiviert ritt Sprehe bei der ersten Einzelentscheidung auf Angriff. Mit 69,85 Prozent übernahm sie klar die Führung. Lediglich Equipekollegin Christin Schütte zog mit hauchdünnen 0,05 Punkten vorbei und sicherte sich Gold. Einen faden Beigeschmack hatte aber die Silbermedaille, denn ein argentinischer Preisrichter sah Sprehe nur auf Rang zehn und somit fehlten wichtige Punkte. Sonst wäre vielleicht sogar der Gewinn der Goldmedaille möglich gewesen.

In der Kür am Sonntag belegte die Dressurreiterin von der RFG Falkenberg mit 71,25 Punkten den undankbaren vierten Platz. „Es war einfach superheiß und dadurch die Luft raus“, meinte Kristina. Ross und Reiter hatten teilweise mit Werten von bis zu 36 Grad zu kämpfen.

Dennoch zog sie eine positive Gesamtbilanz. „Die Silbermedaille war klasse, aber es hätte natürlich mit der Mannschaft auch Gold sein können. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis.“