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NWZonline.de Sport Pferdesport

Junge Pferde ziehen Experten an

05.11.2019

Oldenburg Wenn der Bundestrainer der deutschen Springreiter, Otto Becker (60), und Isabell Werth (50), die weltweit erfolgreichste Dressur-Reiterin der Geschichte, eine Dienstreise nach Oldenburg unternehmen, liegt das nicht allein daran, dass man von Münster oder Rheinberg schnell mal zum Agravis-Cup fahren kann. Das Oldenburger CSI-3*-Turnier hat sich als eine Art Nachwuchsleistungsschau und Talentschmiede in der Reitsportszene etabliert. Mit einem Budget von knapp einer Million Euro und einem Gesamtpreisgeld in Höhe von etwa 200 000 Euro will und kann Turnierchef Dr. Kaspar Funke erst gar nicht mit den großen Weltcup-Turnieren konkurrieren.

Gleichwohl ist es Funke mit seiner Veranstaltungsagentur Escon Marketing gelungen, das von ihm seit 2001 organisierte internationale Hallen-Reitturnier Jahr für Jahr aufzuwerten. Wobei der Umzug 2014 in die große EWE-Arena – aus wirtschaftlicher Hinsicht sowieso – als der entscheidende Impuls bewertet werden darf. „Für unsere jungen Pferde ist es sehr angenehm, in Oldenburg zu starten. Sie kommen nicht von draußen, sondern von innen in die Arena – und es öffnet sich für die Tiere eine angenehme Weite“, sagen unisono die Dressurreiter und Oldenburger Dauergäste Hubertus Schmidt und Anabel Balkenhol.

In Oldenburg präsentieren die etablierten Reiter gern ihre „zweite Reihe“. Junge Pferde, die auf dem Sprung in den großen Sport sind. Und auch dem Reiter-Nachwuchs bietet das Turnier genügend Gelegenheiten, sich vor einer stattlichen Kulisse zu beweisen. So stand im Springen in Oldenburg auch die letzte Qualifikation der europäischen U-25-Youngster-Tour auf dem Programm. In der großen Tour wiederum gab es in den drei schweren Springprüfungen in diesem Jahr mehr Weltranglistenpunkte zu gewinnen als noch 2018. An dieser Stelle hat der Agravis-Cup eine Aufwertung durch den internationalen Verband FEI erhalten.

Für Bundestrainer Becker gab es also etliche Ansatzpunkte für eine Dienstfahrt in den Nordwesten. „Hier sind sehr viele deutsche Reiter unterwegs, das ist eine gute Möglichkeit für mich, sich einen Überblick zu verschaffen und Absprachen zu treffen, einfach auch ein paar Gespräche zu führen“, so Becker, der 2000 in Sydney Olympiagold mit der deutschen Springreiter-Equipe gewann. Immerhin ist die Hallensaison noch jung und die nächsten Starts wollen geplant werden.

In Absprache mit Cheftrainer Becker waren laut Funke zudem etliche Youngster ins Starterfeld gerutscht. Springsport-Asse wie beispielsweise Jan Andre Schulze Niehues, Janine Rijkens, Finja Bormann, Guido Klatte junior, Justine Tebbel oder Leonie Böckmann weckten nicht nur das Interesse der Zuschauer.

Isabell Werth schaute sich derweil am Samstag am Dressur-Viereck ganz genau um. Die sechsmalige Olympiasiegerin und neunmalige Weltmeisterin, die erst in der Nacht zuvor vom Weltcupturnier aus dem französischen Lyon zurückgekehrt war, war eigens für Victoria Max-Theurer und den neunjährigen Hengst Rockabilly M nach Oldenburg gereist. Die 34-jährige Österreicherin trainiert auf dem Hof von Werth in Rheinberg am Niederrhein. „Ich habe Vicki ein bisschen geholfen. Ihr Auftritt war gut, aber nicht fehlerfrei“, lautete das Urteil von Werth nach dem Auftritt des Paares im Grand Prix Special mit Platz sieben.

Schon 66 Prozentpunkte reichten einer anderen Sportlerin, um nach dem Grand Prix innerlich in einen Jubelsturm auszubrechen. Der Agravis-Cup galt in diesem Jahr für die Verbände Brasiliens und Indiens als Olympia-Qualifikation für Tokio 2020. Während der Brasilianer Pedro Tavres de Almeida auf Aoleo (65,891) das Ticket verpasste, sprang die Inderin Shruti Vora mit dem 13-jährigen Denightron nach einer Zitterpartie auf den Olympiazug. 66 Prozentpunkte lautete die Qualifikationsmarke. Die 48-Jährige war im vorläufigen Endergebnis mit 65,978 Prozentpunkten gelistet. Dann die Erleichterung nach dem richterlichen Nachrechnen: Es waren 66,004 Prozentpunkte geworden – und Shruti Vora konnte es kaum fassen.

Otto-Ulrich Bals Autor
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