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NWZonline.de Sport Pferdesport

Agravis-Cup In Oldenburg: Pferd ohne Reiter bei Siegerehrung

01.11.2019

Oldenburg Sie zählt zu den besten Dressurreiterinnen der Welt, Jahr für Jahr führt sie junge Pferde an die schweren Prüfungen heran, gewann mit der deutschen Equipe schon Goldmedaillen bei Olympia, bei den Weltreiterspielen und den Europameisterschaften – da darf man auch einmal bei einer Siegerehrung durch Abwesenheit glänzen. Das dachte sich auch die Jury am Donnerstag nach der Einlaufprüfung zum Louisdor Preis, die Dorothee „Doro“ Schneider mit Mister-C klar für sich entschieden hatte. Nur, wo war die Reiterin? Ihr Siegerpferd führte ihre Pflegerin Kim Aries zur Ehrung in die große EWE-Arena. Schneider war zu dem Zeitpunkt längst beim Check-in am Bremer Flughafen.

Jury drückt Auge zu

Dazu muss man wissen: Die Siegerehrung gilt als fester Bestandteil einer jeden Prüfung. Reitet der Sieger bei der Zeremonie nicht mit ein, kann die Jury das Siegerpaar disqualifizieren. „Grundsätzlich gehört sich das nicht“, sagt Manfred Büter, Vorsitzender der Reit- und Fahrschule Oldenburg, „aber in diesem Fall kann man mal ein Auge zudrücken.“ Denn Schneider ist eine vielbeschäftigte Frau. Und das besonders an diesem verlängerten Wochenende.

So besteht beim Agravis-Cup in Oldenburg die letzte Qualifikations-Möglichkeit für das Finale im in der Dressurszene wertgeschätzten Louisdor Preis, während in Nürnberg zeitgleich beim Turnier „Faszination Pferd“ die Final-Qualifikation für den ebenso anerkannten Burgpokal ausgetragen wird. „Ich kann mich nur für das Entgegenkommen der Veranstalter bedanken, die es mir ermöglichen, hier wie dort zu starten“, sagt Schneider. Die Serien zählen in Deutschland zu den wichtigsten Wettbewerben für Dressur-Talente.

Während die zweimalige deutsche Meisterin Schneider in Oldenburg die beiden zehnjährigen Hengste Mister-C und Quantum Vis, Söhne des legendären Fuchshengstes Quaterback, vorstellt, reitet die 50-Jährige in Nürnberg den achtjährigen Hengst Fürst Magic. „Ich würde die ganzen Reisestrapazen nicht auf mich nehmen, wenn ich nicht von der absoluten Qualität der Pferde überzeugt wäre“, sagt Schneider.

Ständiger Wechsel

Und so ritt sie am Donnerstagvormittag erst in Oldenburg, reitet an diesem Freitagmorgen in Nürnberg, dann am Abend wieder in Oldenburg und dann am Samstagnachmittag wieder in Nürnberg. „Die Turniere finden nun mal zeitgleich statt. Aber meine Pferde sind gut in Schuss, ich fühle mich fit, auch wenn das alles logistisch schon eine echte Herausforderung ist“, räumt sie ein.

Der Auftakt in Oldenburg jedenfalls verlief vielversprechend. Mit Mister-C erzielte sie für ihre Vorstellung bei der Louisdor-Einlaufprüfung mit starken 73,026 Prozentpunkten Rang eins und mit Quantum Vis (71,211) dazu noch den vierten Platz im 20er-Starterfeld. Für einen Startplatz beim Finale in Frankfurt (19. bis 22. Dezember) benötigt Schneider am Freitagabend in Oldenburg mindestens Platz zwei. Wer die Reiterin am Donnerstag in der großen Arena erlebt und gesehen hat, mit welcher Konzentration sie bei allem Reisestress zweimal im Dressur-Viereck unterwegs war, der dürfte sie auch bei der finalen Runde an diesem Freitagabend (18.15 Uhr) ganz vorn sehen.

Betrieb mit 60 Pferden

Im Louisdor Preis werden die Olympia-Pferde von morgen präsentiert. Schneider, die im rheinland-pfälzischen Framersheim einen Betrieb mit etwa 60 Pferden leitet, ist dafür bekannt, immer Selbstgezogene geritten zu haben. „Wenn man dann Erfolg hat, ist das noch toller“, sagt sie. Dabei fällt auf: Im Stall der Reitmeisterin, Profiausbilderin und Pferdewirtschaftsmeisterin herrscht nicht selten ein Testosteron-Überschuss. Schneider lacht: „Wir hatten schon immer viele Hengste und ich glaube, ich kann mich ziemlich gut in die Herren hineindenken.“

Ihr aktuelles Paradepferd ist allerdings ein dunkelbrauner Wallach, der 13-jährige Hannoveraner Showtime – mit ihm verbindet sie das große Ziel Olympia 2020. Gerade erst im Juli beim CHIO in Aachen und im August bei der EM in Rotterdam unterstrich Showtime mit Doro Schneider im Sattel seine Extraklasse. „Für mich persönlich wäre es natürlich eine tolle Sache, nach London 2012 und Rio 2016 nochmals eine Olympia-Teilnahme zu schaffen. Ich bin hochmotiviert, keine Frage. Aber auch ich muss auf dem Weg nach Tokio erst einmal liefern und mich national qualifizieren“, sagt sie bescheiden.

Bei der olympischen Siegerehrung in Japan würde sie dann ganz sicher nicht fehlen.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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